Lüneburg

Jörn Wirtz ist der jüngste Sülfmeister der Neuzeit - Tausende Besucher beim Festumzug

Wenn morgens um kurz vor zehn die ersten Bratwürste Streifen vom Grillrost tragen und Champignons in großen Pfannen köcheln, sind Sülfmeistertage in Lüneburg.

Lüneburg. Dann sieht selbst die Welt in St. Johannis anders aus als an anderen Sonntagen.

Vor voll besetzten Bänken predigte am Sonntag nicht nur Superintendentin Christine Schmid, sondern auch ihr Alter Ego für diesen Vormittag: Magdalene Egmonts, Ehefrau von Daniel Freese, Lüneburgs berühmtesten Maler und Kartografen des 16. Jahrhunderts. In Anlehnung an die Kirchenordnung von 1564 hat Christine Schmid mit ihrem Team den Gottesdienst zum Erntedank und Kopefest gleichzeitig gestaltet.

Am Nachmittag hat der Festumzug die Straßen mit Tausenden Zuschauern belebt, angeführt in diesem Jahr von Jörn Wirtz. Der 25-Jährige arbeitet als Ausbilder bei E.on-Avacon. Sein Team hat am Sonnabend die Wettkämpfe gewonnen und ihn zum bisher jüngsten Sülfmeister der Neuzeit ernannt - dem Repräsentanten der Hansestadt.

Seit elf Jahren imitiert die Lüneburger Marketing GmbH das mittelalterliche Kopefest um die Wahl des mächtigen Mannes über die Salzsiedepfannen in der Saline. Daraus haben die Werber inzwischen eine Gaudi für regelmäßig um die 100.0000 Zuschauer gemacht.