Buchholz

Prosper Otto hofft auf die Gerichte und Hilfe vom Land Niedersachsen

Die Stadt Buchholz geht davon aus, dass beim Abriss des Wohnhauses von Prosper-Christian Otto zum Stichtag 31. August alles seinen Gang geht, der Betroffene selbst ist vom Gegenteil überzeugt und verweist auf die ausstehenden Gerichtsurteile – die Fronten im Sprötzer Schwarzbau-Streit sind verhärtet wie eh und je.

Buchholz. Erst kürzlich hat Bürgermeister Wilfried Geiger in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses verkündet, dass das Verwaltungsgericht entschieden hatte, dass die Nutzung des Hauses als Musikschule kein Hinderungsgrund für den Abriss sei. Die Stadt will nun alle Vorbereitungen für den Eingriff treffen, der eigentlich bereits Ende März vorgesehen war.

Damals war es zum Aufschub gekommen, weil plötzlich die von seinem Wohnhaus aus geführte Musikschule mit 42 Mitarbeitern und 800 Schülern in den Blickpunkt rückte. Es gebe offensichtlich einen Mietvertrag zwischen der Musikschule und Otto, von dem er nichts gewusst habe, hatte Geiger damals gesagt. Um formal keine Fehler zu machen, entschloss sich die Stadt zu einem Fristaufschub bis Ende August.

Dass es jetzt tatsächlich für ihn ernst wird, hält Otto für höchst unwahrscheinlich. Er habe gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Einspruch beim Oberverwaltungsgericht eingelegt, außerdem seien dort noch zwei weitere Verfahren offen. „Vorher kann die Stadt nichts machen“, ist er sich sicher. Als viertes kommt noch eine Klage vor dem Bundesverfassungsgerichts hinzu, mit der er für den Gleichheitsgrundsatz kämpft. Bis Ende des Jahres soll es eine Entscheidung geben.

Parallel zu den laufenden Gerichtsverfahren setzt Otto auf Hilfe vom Land Niedersachsen. Er habe sich an den Petitionsausschuss gewandt, einige Mitglieder hätten sich Anfang August vor Ort ein Bild gemacht. Nun hofft er auf eine Eingabe im Landtag, damit der Streit beendet wird. Auch ein Schlichtungsverfahren mit einem unparteiischen Schlichter hält er für sinnvoll. Dass die Musikschule tatsächlich nach einem neuen Büro suchen muss, ist aus seiner Sicht jedenfalls keine sinnvolle Lösung. Dann würden die Gebühren steigen und man trage den Konflikt auf dem Rücken der Schüler aus.