Moment mal!

Wo bleiben die Ungeheuer?

Eine Glosse von Bernd-Olaf Struppek

Kaimane und Killer-Hechte, wo seid ihr? Was waren das noch schöne Zeiten, als, kaum hatte sich das Sommerloch aufgetan, wie von Zauberhand blutrünstige Ungeheuer aus den Tiefen der Teiche und Tümpel auftauchten. Nein, die Rede ist hier nicht von verzweifelten Kanzlerkandidaten, die die politische Sommerpause zu Beißattacken nutzen. Vielmehr erinnere ich mich gern an Sammy, den ausgebüxten Alligator, an Sensationsmeldungen über angriffslustige Mega-Hechte oder archetype Monster in Gestalt von Schnappschildkröten. Und natürlich vor allem an das zuverlässig auftauchende Ungeheuer von Loch Ness.

Einmal irgendwo in die Schlagzeilen geschwappt, tauchten Killerkarpfen Kuno und die anderen Schnapper und Beißer im Hochsommer nahezu überall in Deutschland auf. Sogar im Hamburger Umland machte die Mär vom monströsen Wels im Teich die Runde.

Dieser Sommer ist bislang langweilig. Vielleicht schaffen es tierische Sommerlochgeschichten nicht auf die Titelseiten, weil diese von Storys über die unergründlichen Sümpfe der internationalen Geheimdienste bestimmt werden. Aber was bitte ist Petze Snowden gegen den Weißen Hai vor Helgoland oder eine Anakonda in der Trave? Also, her damit!