Tostedt

Tostedts Politiker diskutieren den Neubau des Freibads

Die sommerlichen Temperaturen fordern eine Abkühlung im kalten Nass geradezu heraus. Wer aber das Freibad in Tostedt aufsucht, fragt sich automatisch, wie es um die Zukunft des Bads bestellt ist.

Tostedt. Wegen des moorastigen Untergrunds, auf dem das Bad ohne Pfahlgründung in den 60er Jahren gebaut wurde, ist das Becken abgesackt. Es treten immer wieder Risse in der Außenwand auf, durch die Wasser versickert. Zudem gibt es keine Überschwallrinne, die übergetretenes Wasser reinigt und wieder ins Becken zurückführt.

"Das geht nicht mehr lange gut", sagte Michael Burmester, stellvertretender Leiter des zuständigen Fachbereichs für Steuerung und Service.

Zwar hatte der Rat im vergangenen Jahr zumindest entschieden, das Bad nicht zu schließen. Aber ob das Freibad grundlegend saniert oder in ein Naturbad umgewandelt werden soll, steht immer noch nicht fest. Denn die Politik hat einen Nebenkriegsschauplatz eröffnet und den Standort in Frage gestellt.

An welcher Stelle ein neues Freibad entstehen könnte, erörtern Politik und Verwaltung in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Planen am Donnerstag, 22. August, 18 Uhr, im Sitzungsraum der Verwaltung in der Schützenstraße. Unter anderem steht das Schulzentrum Düwelshöpen auf der Liste der möglichen Standorte. "Das Schulschwimmen ist ja auch ein wesentlicher Aspekt", sagt Burmester.

Ein Neubau wäre allerdings deutlich teurer als die Sanierung oder Umwandlung in ein Naturbad. Burmester schätzt die Baukosten auf mehr als drei Millionen Euro. Und dann kämen eventuell noch ein Grundstückskauf und die Erschließungskosten dazu. Eine Komplettsanierung des Bads würde etwa 2,8 Millionen kosten. Für eine Umwandlung in ein Naturbad wären 2,4 Millionen Euro fällig.

Bei einer Bürgerbefragung, die bereits im Frühjahr 2012 stattfand, hatte sich die Mehrheit der Befragten für ein Naturbad ausgesprochen. Das waren 34,2 Prozent. 28 Prozent sind dafür, das Bad in seinem jetzigen Zustand zu erhalten und 20,8 Prozent entschieden sich für die Freibadsanierung.