Harburg
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Nacht der Stars im Harburger "Stellwerk"

Mit der Premiere seiner Miniserie gibt Regisseur Dennis Albrecht Harburg einen Hauch von Filmstadt. Auch ein paar bekannte Gesichter kamen zur Premiere.

Harburg. Und das in Harburg: Deutsche Schauspieler, bekannte Gesichter aus den Serien "Rote Rosen", "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder "Notruf Hafenkante", feiern eine Filmpremiere. Der Harburger Regisseur und Produzent Dennis Albrecht hat seinen Stadtteil auf die Karte der deutschen Filmlandlandschaft gehievt. Seine Miniserie "Filmstadt" hatte am Sonnabend im "Stellwerk" Premiere. 150 Gäste kamen und füllten die Bahnhofsbühne bis auf den letzten Platz. Die meisten von ihnen sind wie die Dennis Albrechts Filmfiguren: Idealisten im Schatten der Glitzerwelt.

Bier oder Hamburger Fritz Brause statt Champagner. T-Shirts oder Jeans und ab und an das "kleine Schwarze" statt glitzernder Designerkleider. Der Dresscode ist eher als bodenständig zu bezeichnen und passt daher zum Schauplatz Harburg. Erlaubt sei, was gefällt, hat Dennis Albrecht seinen Gästen vorab geschrieben. "Ihr dürft euch chic machen, ist ja eine Premiere", fügte er noch hinzu.

Wie der Dresscode in Harburg geht, zeigt Ulrike Kargus ("Rote Rosen") an diesem Abend stilsicher. Sie trägt eine blaue, weite Sommerhose, ein passendes schulterfreies Top und Sommersandalen. In "Filmstadt" mimt sie eine toughe Schauspielerin, die einem jungen Filmstudenten ein Projekt mit Benno Führmann besorgt. "Man spielt Rollen, die man sonst nicht angeboten bekommt", erklärt Ulrike Kargus, warum sie unabhängige Filmproduktionen mag. Zurzeit dreht sie in Hamburg einen Science-Fiction-Film. "Ich spiele eine Clon-Agentin", verrät sie.

Weißes Shirt, die Sonnebrille baumelt lässig am Halsausschnitt, schwarze Hose - Niklas Osterloh ("Liebe Deinen Feind", "Rote Rosen") zeigt sich sportlich-elegant. Er kennt Premieren von Filmfestspielen und weiß, dass der berühmte rote Teppich, Laufsteg der Stars, auch mal grün sein kann.

Mit Astra-Knolle in der Hand und im chicen "kleinen Blauen" steht Stephanie Charlotta Koetz ("Netto", "Tatort") auf dem kurzen Stück roten Teppichs im "Stellwerk". Sie spielt die Hauptrolle in "Filmstadt", eine junge, an sich zweifelnde Schauspielerin, die am Ende des Monats gerade genügend Geld zusammenkratzen kann, um die Miete, die Künstlersozialkasse und das Katzenfutter zu bezahlen.

Im wirklichen Leben läuft es bedeutend besser: Stephanie Charlotta Koetz hat gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen. Nach der Filmpremiere wird die 27-Jährige noch auf einer zweiten Party weiter feiern: ihren Abschlussball an der Universität. "Ich will als Ärztin arbeiten und weiter schauspielern", sagt sie. In der Filmbranche glaube man, dass beide Berufe unvereinbar sein. Die erfolgreiche Hamburgerin will das Gegenteil beweisen.

Star des Abends ist Regisseur und Produzent Dennis Albrecht. Der 40-Jährige hat mit "Filmstadt" eine Fernsehserie neuen Typs geschaffen, die es sich gönnt, nebenbei Wissenswertes zu erzählen. Seine Hauptdarsteller dürfen zwischendurch cineastisches Fachwissen verbreiten.

Filmreif bedankt sich Dennis Albrecht am Ende bei seiner Frau Emma: "Wenn ich dich nicht geheiratet hätte, würde ich dich noch einmal fragen", sagt er glücklich und das Publikum jubelt. Echt großes Kino!