Buchholz

Blau-Weiss als Vorbild bei Inklusion

Innenminister Boris Pistorius informiert sich in Buchholz über behindertengerechte Angebote

Buchholz. In kaum einem Bereich, da ist sich der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sicher, könne die Inklusion so leicht gelebt werden wie im Sport. Umso beeindruckter war der SPD-Politiker am gestrigen Mittwoch von den behindertengerechten Angeboten des Vereins Blau-Weiss Buchholz, die er sich im Zuge seiner Sommerreise einmal genauer ansehen wollte. Mit dabei unter anderem: Niedersachsens Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen und Präsident des Behinderten-Sportverbands (BSN), Karl Finke, der den Kontakt zu Blau-Weiss hergestellt hatte und die inklusive Sommerreise als "in dieser Art die erste eines Ministers" lobte. Weitere Stationen sind etwa ein Inklusionsprojekt in Wolfsburg und eine gemeinsame Aktion von BSN und Sportschützen in Hannover.

"Vereine müssen die Zeichen der Zeit erkennen und sich weiterentwickeln", sagte Pistorius. An die Adresse von Arno Reglitzky, dem ersten Vorsitzenden von Blau-Weiss, dürfte dieser Satz zumindest nicht gerichtet sein, denn der Verein agiert in dieser Hinsicht vorbildlich, was mehrere Auszeichnungen in jüngster Zeit belegen. Bereits im Jahr 2006 ist die gesamte Anlage des neuen Sportzentrums am Holzweg mit Rampen zum Erreichen aller Ebenen des Gebäudes, Fahrstuhl und behindertengerechten Sanitäranlagen ausgestattet worden.

Etwa 100 der mehr als 5500 Vereinsmitglieder seien Menschen mit Handicap, erklärte Reglitzky. Dazu kämen noch einmal etwa 100 Gäste von den Förderschulen oder der Lebenshilfe, die regelmäßig die Angebote nutzten. Integrations-Kernstück des Vereins ist die im Jahre 2010 errichtete 6300 Quadratmeter große und rund fünf Millionen Euro teure Sport- und Freizeitanlage für Menschen mit und ohne Behinderungen am Rande des Vereinsgeländes, die vom Land gefördert wurde und bisher einzigartig in Deutschland ist. Menschen mit Behinderung können dort kostenlos ein Burg-Labyrinth, eine Wippe sowie Klangspiele, Trampolin, Rutsche oder eine besondere Tischtennisplatte nutzen.

Die Rolli-Basketball-Mannschaft, mit der der Minister bei seinem Besuch einige Körbe warf, habe es 2011 sogar in der Oberliga der Behinderten-Sparte geschafft, sagte Reglitzky. Dass eines Tages auch diese Trennung von Behinderten- und Nichtbehinderten-Sport Geschichte sein könne, stufte der Innenminister als das eigentliche Ziel von Inklusion im Sport ein.