Kommentar

Ein Fass ohne Boden

Moorburg gehört bekanntlich zum Hafenerweiterungsgebiet.

Wenn sich der Containerumschlag im Hamburger Hafen wieder erholt und ansteigt, dann braucht der Hamburger Hafen laut Senat mehr Platz, und den soll er in Moorburg finden. Für die Moorburger heißt das, sie verlieren ihre Heimat. Seit Jahrzehnten leisten die Moorburger einen konstruktiven und intelligenten Widerstand, ohne den Dialog mit dem Senat aufzugeben. Dann setzt der Senat den Moorburgern ein Kraftwerk vor die Tür, ein Schlickberg und eine Hafenquerspange sollen folgen. Und um dem Ganzen noch das I-Tüpfelchen aufzusetzen, sucht sich der Senat ausgerechnet das Elbdorf Moorburg aus, um seine Ex-Sicherungsverwahrten unterzubringen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Man könnte glatt auf die Idee kommen, die Moorburger sollen mürbe gemacht werden. Die neue Nachbarschaft zeigt offensichtlich bei den Moorburgern bereits Wirkung. Es gibt keine Demonstrationen wie in Jenfeld gegen den Ex-Sicherungsverwahrten in Moorburg. Die Moorburger ziehen lieber weg. Offensichtlich wollen sie sich nicht auf die Beteuerungen der Justizbehörde, alles für die Sicherheit der Menschen zu tun, verlassen. Das verwundert nicht bei einem Senat, der seine Zusagen wenigstens zum Teil bis heute nicht eingehalten hat.

Und der Senat zahlt Entschädigung. Für die Betroffenen ist das nur zu wünschen. Für den Steuerzahler aber kann das ohne weiteres zum Fass ohne Boden werden.