Leversen

Raub mit „Gebrauchtwagen“: Wer kennt diese Männer?

Die Unbekannten hatten ein Auto im Internet inseriert und in Leversen einen Interessenten ausgeraubt. Nun fahndet die Polizei nach diesen Männern.

Leversen. Gut sechs Wochen nach einem Raubüberfall auf einen 57-jährigen Niederländer in Leversen fahndet die Polizei jetzt mit Phantombildern nach den Tätern. Die gesuchten Männer hatten ihr Opfer mit einer Verkaufsanzeige in einem Internet-Autoportal nach Hamburg gelockt. In einem eigens für die Tat gekauften Wagen fuhren sie ihn nach Leversen, wo sie ihm die mitgebrachten 29.000 Euro abnahmen. Danach schlugen die Täter den Mann zusammen und setzten ihn auf einem Feldweg aus.

Das Angebot klang verlockend: Für knapp 30.000 Euro, so stand es in der Verkaufsanzeige, würden die Anbieter ein nahezu voll ausgestattetes Luxus-Wohnmobil verkaufen. Der kaufwillige Niederländer avisierte seinen Besuch für den 27. Mai, die angeblichen Verkäufer baten ihn, den Kaufpreis von 29.000 Euro in bar mitzubringen. Der 57-Jährige reiste per Bahn an, die Täter begrüßten ihn am Hamburger Hauptbahnhof. Freundlich baten sie ihn, in ihren blauen Ford Mondeo zu steigen. Zu dritt fuhren sie nach Leversen, wo das Wohnmobil angeblich stehen sollte. Am Sottorfer Kirchweg hielten sie an. Einer der Täter versetzt dem Niederländer einen Schlag gegen die Schläfe. Er bedrohte das Opfer mit einem Messer, forderte das Geld. Danach flüchteten die Täter. Der Wagen mit dem Kennzeichen HH-P 1562 wurde zwei Tage nach der Tat in einem Waldstück entdeckt. Besonders auffällig: Drei Aufkleber der spanischen Insel Gomera am Heck.

Die holländische Polizei fertigte nach den Angaben des Raubopfers Phantombilder der Täter an. Die Polizei im Landkreis Harburg fragt nun, wem die beiden Männer bekannt vorkommen. Der erste Täter nannte sich Mario, ist 55 bis 60 Jahre alt und lediglich etwa 1,60 Meter groß. Er ist korpulent und hat laut Angaben des 57-Jährigen auffallend dicke Hände. Die Haare trug er zum Zeitpunkt der Tat kurz rasiert. Bekleidet war er mit Jeans und einem blaugrauen Basecap. Sein Komplize ist etwa 23 Jahre alt, vermutlich Südeuropäer und ebenfalls korpulent. Besonders auffallend: Eine Wunde an der Nase, die eventuell aufgrund von Akne entstanden sein könnte. Der zweite Täter trug ein rot-weißes Basecap, ebenfalls Jeans und dazu ein weißes T-Shirt.

Zeugen, denen die abgebildeten Personen bekannt vorkommen, so bittet Jan Krüger von der Polizeiinspektion Harburg, sollten die Kripo unter der Telefonnummer 04181/2850 informieren. Wer den Tatwagen in der Zeit vom 26. bis zum 29. Mai gesehen hat, sollte sich ebenfalls dort melden.

Mit dem "Autoanzeigen-Trick" waren Straftäter in den vergangenen Monaten hauptsächlich im Hamburger Raum mehrfach erfolgreich. Die Polizei rät, bei Verabredungen zum Autokauf am besten mit mehreren Personen anzureisen und sich nicht an abgelegenen Orten zu treffen.