Buchholz

Buchholz vermarktet Flächen selbst

Eine Grundstücksverwaltungsgesellschaft soll dafür sorgen, dass sich die Gewerbegebiete füllen

Buchholz. Die Stadt Buchholz will sich bei der Vermarktung ihrer Gewerbeflächen nicht mehr auf fremde Firmen verlassen, sondern nimmt die Sache lieber selbst in die Hand. Eine Grundstücksverwaltungs- und Entwicklungsgesellschaft in Form einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) soll sich vom Jahr 2015 an vor allem um die Erweiterung des Gewerbegebiets II "Vaenser Heide" kümmern sowie die restlichen Flächen des Gewerbegebiets III "Trelder Berg" an den Mann bringen. Die Möglichkeit hatte sich ergeben, weil Ende 2014 der Vertrag mit der bisherigen Vermarktungsgesellschaft ausläuft.

In der jüngsten Ratssitzung hatten die Politiker für das Vorhaben votiert, wenngleich es kritische Stimmen gab wie die von Ralf Becker (CDU). Er betonte, dass Unternehmertum für eine Kommune nicht unbedingt wünschenswert sei. Dennoch sahen die Ratsmitglieder die Gründung einer AöR als besten Weg an, die Flächen erfolgreich am Markt anzubieten.

Mitglieder des Verwaltungsrats der AöR werden fünf Ratspolitiker sein sowie Bürgermeister Wilfried Geiger als Vorsitzender. Zum Vorstand gehören Kämmerer Dirk Schlüter und Fachdienstleiterin Antje Bauersfeld. Sie bleiben auch weiterhin Beamte der Stadt Buchholz und arbeiten nebenberuflich als Vermarkter.

Im Weiteren ist vorgesehen, dass der Vorstand mit Banken über einen Rahmenkredit in Höhe von drei Millionen Euro verhandeln darf, damit weitere Grundstücke gekauft und erschlossen werden können. Dies ist notwendig, da die AöR zunächst über keine eigenen Einnahmen verfügt.

Obwohl sich die Vermarktungsgesellschaft zunächst nur um Gewerbeflächen kümmern soll, ist es in Zukunft möglich, auch die Entwicklung von Wohnbauland oder die Wohnungsverwaltung zu übernehmen. Aus diesem Grund ist der Anstaltszweck sehr weit gefasst, damit die Satzung später nicht extra geändert werden muss. Bevor diese Änderung aber überhaupt erfolgen kann, wird die Politik gehört.

Wie dringend gerade auch die Baulandentwicklung ist, haben die Fraktionen von CDU und FDP erst kürzlich in einem Antrag betont. Die Verwaltung solle kurzfristig aufzeigen, wo weitere Baugebiete in Buchholz ausgewiesen können, erklären die Fraktionsvorsitzenden Klaus Gütlbauer (CDU) und Arno Reglitzky (FDP). Möglicherweise könnte die neue Grundstücksgesellschaft also schneller als gedacht auch auf die Wohnraumentwicklung ausgeweitet werden.

Die bisherigen Quellen seien versiegt, heißt es in dem Antrag weiter. Damit meinen sie die Baugebiete Am Kattenberge Nord und Fasanenstieg sowie die sogenannte Märchensiedlung 2, und die Baugebiete in Dibbersen und Trelde. Als fatal stufen es CDU und FDP ein, dass die Ratsmehrheit aus SPD, Grüne, Linke und Buchholzer Liste Unternehmen, die Flächen entwickeln könnten, "ausbremst und verschreckt". "Eine moderate, der Nachfrage angepasste Wachstumspolitik hält die Preise im akzeptablen Rahmen und versetzt Investoren in die Lage, preiswerten Wohnraum anzubieten."