Tostedt

Rechnungshof ist für Schließung der Grundschule Otter

Samtgemeinde Tostedt nimmt Expertise zur Kenntnis, will sie aber nicht umsetzen

Tostedt. Die Samtgemeinde Tostedt soll die Grundschule in Otter schließen, um Kosten von jährlich 115.000 Euro zu sparen. So lautet die Empfehlung des Landesrechnungshofes im Prüfungsbericht zum Thema "Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Bestand der Grundschulen". Die Verwaltung hält davon allerdings wenig. Sie kritisiert, dass die Folgekosten einer Unterbringung der Schüler aus Otter in Handeloh und Wistedt im Ergebnis nicht berücksichtigt worden seien.

Die Schülerzahl an den Grundschulen in Niedersachsen ist seit Jahren rückläufig. An der Anzahl der Schulen allerdings hat sich kaum etwas geändert. Dabei sind Schulträger von Grundschulen nach dem niedersächsischen Schulgesetz verpflichtet, auf die Entwicklung der Schülerzahlen zu reagieren. Um Fehlentwicklungen und Optimierungspotenziale aufzuzeigen, führte der Landesrechnunghof deshalb in acht Kommunen eine umfangreiche Prüfung durch, in denen die Schülerzahlen zwischen 2006 und 2010 um bis zu 30 Prozent zurückgegangen sind. Dazu gehörten neben der Samtgemeinde Tostedt auch Asse, Fürstenau, Lüchow, Schöppenstedt sowie die Gemeinden Krummhörn, Rhauderfehn und Staufenberg.

Auswirkung auf die Inklusion wird nicht berücksichtigt

Für Tostedt sieht der Landesrechnungshof in der Schließung der Außenstelle Dieckhofstraße weitere Einsparmöglichkeiten in Höhe von 20.000 Euro. Die Kündigung der Vereinbarung über die Beschulung der Kinder aus Kakenstorf und Bötersheim in der Grundschule Trelde würden nochmals 30.000 Euro pro Jahr in die Gemeindekasse spülen. Die dort beschulten Jungen und Mädchen könnten in den Grundschulen Poststraße oder Todtglüsingen untergebracht werden.

Aus Sicht der Samtgemeinde Tostedt sind viele wichtige Aspekte bei der Bewertung nicht berücksichtigt worden. Wie etwa die Mehrkosten bei der Schülerbeförderung, der Abriss der dann leer stehenden Schulgebäude, die Auswirkungen auf die Inklusion oder Einführung der Ganztagsschule mit dann zusätzlichem Raumbedarf. "Die Samtgemeinde Tostedt legt großen Wert auf familienfreundliche Ausrichtung und wird von jungen Familien gerade deshalb geschätzt, weil hier ein vielfältiges Angebot an wohnortnaher Kinderbetreuung und Unterbringung der Kinder in den Schulen besteht. Eine große Investition in die Zukunft der Kinder sind kleine Grundschulklassen", heißt es dazu aus der Verwaltung.

Der Zuzug von Familien in die Samtgemeinde Tostedt, etwa in die Neubaugebiete von Otter, halte weiter unvermindert an. Die Verwaltung will deshalb dem Rat empfehlen, sowohl die Grundschule Otter als auch die an der Dieckhofstraße zu erhalten.