Kommentar

Busfahren macht keinen Spaß

Wer in Harburg zu den Stoßzeiten mit der Linie 142 fährt, braucht gute Nerven.

Schlangen von Männern, Frauen und Kindern warten an den Bushaltestellen vor der Eingangstür und quetschen sich dann, peu-à-peu, durch das Businnere. Auch die Buslinie 13, die Wilhelmsburger die "Wilde 13" nennen, macht ihrem Spitznamen alle Ehre. Nicht selten kommt es hier zu Pöbeleien zwischen Wilhelmsburgern und Busfahrern, weil manche Kunden nicht verstehen, dass sie auf einen Knopf drücken müssen, wenn sie mit Hund oder Kinderwagen hinten in den Bus einsteigen wollen.

Die neue HVV-Richtlinie, dass fast ein jeder dem Busfahrer sein Ticket zu zeigen habe, sorgt bei vielen Buskunden noch immer für Unverständnis und Ärger. So schafft es etwa die Buslinie 154 vom Bahnhof Harburg über den S-Bahnhof Veddel bis zum Berliner Tor fast nie, pünktlich den S-Bahnhof Veddel zu erreichen. Für viele Kunden bedeutet das dann, dass sie je nach Tageszeit acht bis 18 Minuten auf die nächste S 3 warten müssen.

Das Vorneeinsteigen in den HVV-Bussen hat keine Zukunft. Die meisten Busfahrer schauen ohnehin nur flüchtig auf die Einzelfahrscheine oder Monats- und Jahreskarten. Wer es darauf anlegt, für den ist es kein Problem, mit einer falschen Fahrkarte am Busfahrer vorbeizugehen. Was der HVV braucht, sind automatische Lesegeräte, die an allen Türen ablesen, ob die Karten gültig sind oder nicht.