Kommentar

Zu weit aus dem Fenster gelehnt

Für die drei IBA-Touristen, die sich in den Harburger Binnenhafen verirren, um "Baustelle zu gucken", ist der fehlende Ponton noch der geringste Verlust.

Nach wie vor lässt sich trefflich über die verkehrstechnische Sinnhaftigkeit einer Querung für Fußgänger und Radfahrer vom Kanalplatz zur Lotsekai streiten. Das wird in Harburg auch getan. Nun steht fest: Pedalisten und Fußgänger werden noch bis ins nächste Jahr den Zehn-Minuten-Umweg über die Lotsebrücke auf sich nehmen müssen, um von einem Kaiufer zum anderen zu kommen. Beim jüngsten Binnenhafenfest, bei dem beide Kaiufer bespielt wurden, aber zeigte sich: Der Umweg ist problemlos zu schaffen und keineswegs der Stimmung abträglich.

Viel schlimmer aber wiegt das Aus für die Zwischenlösung bis zum Bau der endgültigen Brücke für Harburgs Bürgermeister Thomas Völsch. In Sachen Lotsequerung hat er sich in der Vergangenheit viel zu oft viel zu weit aus dem Fenster gelehnt und verloren. Die Misserfolgsgeschichte dieses Projektes könnte für Völsch am Ende zum Gesichtsverlust führen. Geradezu peinlich war der Auftritt am Eröffnungstag des IBA-Präsentationsjahres im März, als der Plan mit dem Kran dargelegt wurde. Jetzt das Aus für den Schwimm-Ponton. Von dem Desaster mit der Drehbrücken-Ausschreibung, die fast zur Elbphilharmonie für Harburger geworden wäre, ganz zu schweigen.