Winsen

TSV Winsen verkauft marode Turnhalle von 1889 an die Stadt

Die 245.000 Euro werden in Anbau auf dem Jahnplatz investiert

Winsen. Der Turn- und Sportverein (TSV) Winsen trennt sich von einem lieb gewonnenen Stück Tradition. Oder besser gesagt: er muss sich trennen. Fast einstimmig genehmigten die Mitglieder jetzt auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den vom Vorstand vorgeschlagenen Verkauf der alten MTV-Turnhalle an die Stadt Winsen. Der Erlös in Höhe von 245.000 Euro wird in den Anbau einer weiteren Sporthalle und den Umbau der auf dem Jahnplatz bereits vorhandenen Gymnastikhalle investiert.

Das 1889 als erste Turnhalle der Stadt eingeweihte und 1924 erweiterte Gebäude an der Eckermannstraße ist stark renovierungsbedürftig. Instandsetzung von Statik und Bausubstanz sowie Modernisierung von Heizung und Elektrik in der denkmalgeschützten MTV-Turnhalle würden Kosten von etwa einer Million Euro verursachen. Einen Zuschussantrag hat die Stadt Winsen mit dem Hinweis auf die 3,1 Millionen Euro, die für die Neugestaltung des Jahnplatzes vor Jahren an den TSV geflossen sind, abgelehnt. Allein kann der Verein die Kosten nicht tragen. "Das Kaufangebot der Stadt ist die beste, wenn nicht die einzige Alternative", sagte Liegenschaftswart Peter Rohde. Für längstens zwei Jahre erhält der TSV ein Nutzungsrecht, zudem hilft die Stadt bei der Suche nach Räumlichkeiten für ältere oder bewegungseingeschränkte Sportler in der Innenstadt.

Zusammen mit 90.000 Euro aus den Rücklagen investiert der TSV Winsen insgesamt 330.000 Euro in den Anbau der Sporthalle samt Umkleidekabinen an die Tennishalle. Auf 181 Quadratmetern Hallenfläche sollen vor allem diejenigen Gruppen, die bislang in der alten MTV-Turnhalle aktiv waren, ein neues Zuhause finden.