Harburg

Die Lüneburger Straße bekommt einen Festplatz

Für die kommenden drei Jahre stehen 680.000 Euro bereit. "BID II" nimmt die Arbeit auf. Stadtplatz am Lüneburger Tor umfassend für rund 70.000 Euro umgestaltet werden.

Harburg. Die Lüneburger Straße bekommt einen sogenannten Stadtteilkümmerer. Außerdem soll der Stadtplatz am Lüneburger Tor umfassend für rund 70.000 Euro umgestaltet werden. Das sind zwei erste Maßnahmen, die im Katalog zum Business Improvement District (BID) II Lüneburger Straße festgeschrieben sind. Im September soll das BID II für drei Jahre an den Start gehen. Das BID II tritt die Nachfolge des BID I an. Von den Kosten für den Umbau des Platzes am Lüneburger Tor trägt das BID, ein Zusammenschluss von etwa 100 Grundeigentümern in der Lüneburger Straße, mit rund 40.000 Euro den Löwenanteil. Der Bezirk Harburg investiert die restlichen 30.000 Euro. Bereits im kommenden Jahr soll der Platz fertig sein und für Feste zur Verfügung stehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des neuen BID wird die Vermarktung der Gewerbeflächen in der Einkaufsstraße sein.

Im Juni wird das neue Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gewerbezentren (GSED) die Hamburgische Bürgerschaft passieren und damit die gesetzliche Grundlage für die Fortsetzung des Hamburger BID schaffen. Bereits 2011 hatten die Harburger Grundeigentümer aus dem BID I einen Antrag auf Fortführung ihrer Arbeit gestellt. Jetzt ist der "Antrag zur Einrichtung eines Innovationsbereichs Lüneburger Straße" öffentlich ausgelegt, wie die Harburger Bezirksverwaltung mitteilt. "Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, werden wir eines der ersten BID in Hamburg auf der Grundlage des neuen Gesetzes sein", sagt Projektleiter Peter Kowalsky von der Konsalt GmbH in Hamburg.

Mit einem Etat für die kommenden drei Jahre von knapp 680.000 Euro nimmt das BID II seine Arbeit auf. Die Grundeigentümer finanzieren aus diesem Topf beispielsweise die Weihnachtsbeleuchtung und Aktionen zur "Aufwertung des öffentlichen Raumes. Während der Vollversammlung der Grundeigentümer, die sich dem BID II anschließen, sei ein umfangreicher Maßnahmenkatalog abgestimmt worden. Im Fokus stehe, so Kowalsky, das Flächenmanagement. "Ein Vorhaben, bei dem der Erfolg in den vergangenen Jahren unter den Erwartungen geblieben ist", sagt der Projektleiter.

Neu am BID II ist auch der Zuständigkeitsbereich. Nur etwa 400 Meter der Einkaufsstraße wurden vom BID I betreut. Jetzt wird die gesamte Lüneburger Straße BID II. Hinzu kommen Grundstücke am Lüneburger Tor, in der Amalienstraße, einem Teil der Bremer Straße, dem Walkmühlenweg und dem Deichhausweg. Parallel laufen noch die Arbeiten am Konzept für den Flächenpool, das der Bezirksversammlung demnächst vorgelegt werden soll. Wie berichtet, wird sich der Phoenix Center-Betreiber ECE an der Vermarktung der Gewerbeflächen in diesem Pool beteiligen. Die Beteiligung des ECE an diesem Projekt ist eine der Bedingungen des Bezirks Harburg für die Erweiterung des Phoenix Centers.

Kowalsky verspricht, dass sich das BID auch verstärkt um einen besseren Branchenmix kümmern werde: "Auch dieses Thema haben wir in der ersten Phase nicht unseren Erwartungen gemäß bearbeiten können." Der Vorwurf, die Vermieter würden zu hohe Mieten für die Gewerbeflächen verlangen träfe jedenfalls nicht zu. Kowalsky: "Die Mieten liegen ganz im Gegenteil unter den marktüblichen Mieten. In ähnlichen Lagen in Bergedorf beispielsweise liegen die Mieten bei etwa 40 Euro pro Quadratmeter. Das ist in etwa das Doppelte der Mieten, die in der Lüneburger Straße verlangt werden. Unser Problem ist, dass in historischen Gebäuden im Bestand saniert werden muss." Zur originären Aufgabe des BID gehöre aber nicht die Sanierung, sondern die Vermarktung der Flächen und die Aufwertung des Einzelhandels- und Dienstleistungsstandortes Lüneburger Straße, sagt Kowalsky.

Die Unterlagen zum BID II sind vom 3. Juni bis zum 2. Juli im Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Harburger Rathausforum 2, im Foyer (Erdgeschoss) zu den normalen Öffnungszeiten einzusehen. Besucher haben die Möglichkeit, beim Fachamt Wirtschaftsförderung schriftliche Anregungen einzureichen.