Veranstaltungszentrum

Buchholz: Empore soll umgebaut werden

Im Buchholzer Veranstaltungszentrum herrscht seit Jahren akuter Platzmangel. Das soll sich jetzt ändern. Pro Person sind eigentlich zehn Quadratmeter vorgeschrieben, in der Empore sitzen sechs Leute auf 40 Quadratmetern.

Buchholz. Onne Hennecke hat lange gewartet, aber jetzt, da ist sich der Geschäftsführer des Buchholzer Veranstaltungszentrums Empore sicher, ist der Zeitpunkt für einen Umbau gekommen. Was hätte es genützt, wenn man vor einigen Jahren ein paar kleine Neuerungen im Haus angegangen wäre? Hennecke klopft auf den Verkaufstresen in der Konzertkasse. "Alles aus 1991", sagt er. Dem Jahr, in dem die Empore errichtet wurde.

Nein, viel wichtiger als ein paar Möbelstücke ist aus seiner Sicht ein richtig großer Schritt, eine neue Gestaltung des Hauses, das er seit 2007 führt und das er auf die Erfolgsspur gebracht hat. Der Wunsch des Geschäftsführers kommt nicht von ungefähr. "Es geht darum, endlich den seit Jahren bestehenden Mangel zu beseitigen", sagt er. Die Enge in den zwei Büroräumen im hinteren Teil des Gebäudes, die er sich mit fünf Mitarbeitern teilt, sei untragbar geworden und widerspreche auch den gesetzlichen Bestimmungen. Pro Person sind eigentlich zehn Quadratmeter vorgeschrieben, in der Empore sitzen sechs Leute auf 40 Quadratmetern.

Doch das war noch nicht alles. Der Drucker steht in der Küche direkt neben dem Brandmelder, die Be- und Entlüftung ist mangelhaft, die Mitarbeiter-Toilette muss von Männern und Frauen genutzt werden, und wenn Onne Hennecke persönlich mit den Haustechnikern sprechen will, was quasi täglich der Fall ist, muss er umständlich vom Erdgeschoss ins zweite Obergeschoss hinaufsteigen. Probleme gibt es ebenfalls, wenn die Künstler ihre eigene Technik mitbringen. "Die Art der Veranstaltungen hat sich vollkommen geändert", sagt er. Alles wird größer, lauter, bunter, da fällt es schwer, die Kisten und Kabel vor dem Aufbau sachgerecht zu lagern. Die Empore verfügt nur über einen kleinen Hinterbühnenbereich, es gibt kaum Staufläche.

Vor allem seit Hennecke im Jahr 2007 den Chefposten übernommen hat, stehen die Zeichen im Veranstaltungszentrum auf Wachstum. Die Zahl der Besucher ist von rund 41.500 in der Saison 2008/2009 auf 61.000 in 2012/2013 gestiegen. Ebenso hat die Zahl der Veranstaltungen seit 1991 kontinuierlich zugenommen. "Am Anfang waren es 72 im Jahr, jetzt sind es 191", sagt er. Der große Saal, anfangs für 380 Sitzplätze geplant, kann heute 516 Zuschauer aufnehmen.

Eigentlich hätte die Empore schon längst aus allen Nähten platzen müssen. Es liegt wohl an der versierten Planung und dem Einsatz der Mitarbeiter, dass der Betrieb bisher trotzdem immer reibungslos gelaufen ist. Ein Dauerzustand sollen die misslichen Verhältnisse dennoch nicht bleiben. "Es gibt eine große Kluft zwischen dem äußeren Schein und den tatsächlichen Bedingungen", sagt Hennecke. Wenn die Schlange derjenigen, die eine Karte kaufen wollen, wieder mal zur Tür der Konzertkasse hinaus bis zum Empore-Teich reicht und die Leute frieren oder nass werden, oder wenn hinter der Bühne schwere Kisten einfach auf den teuren Flügel gestellt werden, weil nirgendwo anders Platz ist, dann weiß er, dass endlich etwas geschehen muss.

Seine Hoffnungen ruhen jetzt auf der Buchholzer Politik, die die Mittel freigeben und das Ganze am Ende auch absegnen muss, sowie auf den Architekten des Hamburger Büros Johannsen und Partner, die voraussichtlich die Umbaupläne entwickeln sollen. Im Herbst sollen die Vorschläge und die voraussichtlichen Kosten des Umbaus präsentiert werden.

Doch Hennecke hat sich auch eigene Gedanken zu Veränderungen gemacht. Als Beispiele nennt er unter anderem die Verlegung der Konzertkasse auf die Vorderseite des Hauses, wo sie auch weitaus besser von Passanten wahrgenommen werden würde. Hinten könnte dann ein Lagerraum für Technikutensilien entstehen, der noch dazu den Vorteil hätte, unkompliziert an den Lastenaufzug angeschlossen werden zu können. Und er selbst könnte mit seinem Büro in den zweiten Stock umziehen, wozu man lediglich die bisher ungenutzte Terrasse auf der Hinterseite des Hauses in einen geschlossenen Raum verwandeln müsste.

Dass möglicherweise das Argument auftauchen könnte, man sollte lieber erst das kürzlich begonnene Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) abwarten, um darüber Klarheit zu haben, ob eine Investition in die Empore überhaupt sinnvoll ist, hält Hennecke für unwahrscheinlich. "Ich glaube, es steht außer Frage, dass wir einer der Leuchttürme für Buchholz sind." Die Umbauten trügen vielmehr dazu bei, die Bedingungen für die Mitarbeiter und Künstler endlich zu verbessern.