Rosengarten

Ein Bürgerbus für Rosengarten

Fraktionen in der Gemeinde wollen Liniendienst mit Ehrenamtlichen einrichten, um Kosten zu sparen

Rosengarten . Wer aufs Land zieht, rückt nah heran ans Grüne, an Flora und Fauna, muss aber auf der anderen Seite meistens Abstriche bei schnellen Bus- und Bahnverbindungen machen. Ein eher dünnes Linienbusnetz gehört zum Alltag auf dem Land wie Wälder und Wiesen. Die so genannte "Bunte Mehrheit" aus SPD, Grüne, UWR und die Linke in der Gemeinde Rosengarten schlägt deshalb vor, über die Einrichtung eines Bürgerbusses nachzudenken. "Die Gemeinde leidet unter hohen Kosten für das Anruf-Sammeltaxi", sagt Michael Schnelle von den Linken. "Auf der anderen Seite ist der Linienbusverkehr in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden und am Sonnabend und Sonntag schlecht ausgelastet."

An Zuschüssen für das Anruf-Sammeltaxi laufen bei der Gemeinde jährlich 47.000 Euro Kosten auf. Das Anruf-Sammeltaxi wird aber auch finanziell vom Landkreis Harburg unterstützt, der pro Jahr 10.200 Euro dafür an die Gemeinde Rosengarten gibt.

Mit einem Bürgerbus könnten die finanziellen Belastungen vermieden werden. Und so funktioniert das Prinzip: Ehrenamtliche steuern einen Bus mit maximal acht Sitzen nach einem festen Fahrplan und fahren auf definierten Strecken, etwa zum Rathaus, zu Ärztehäusern, zum Bahnhof und Einkaufscenter. Voraussetzung ist, dass der Bürgerbus eine Konzession von einem ortsansässigen Verkehrsunternehmen bekommt. Das Motto lautet: Bürger fahren für Bürger. In den meisten Fällen zahlen Mitfahrende den ortsüblichen Tarif für den Öffentlichen Personennahverkehr.

"Es geht nicht darum, den Linienbusverkehr zu ersetzen", sagt Karl Wolfgang Schmidt, Vorsitzender des Vereins Pro Bürgerbus Niedersachsen, der in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Naherholung über das Thema referieren wird. "Der Bürgerbus wird nur in dünn besiedelten Gegenden eingesetzt, wo sich die großen Busse nicht rechnen."

Die Region der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost Niedersachsen, die den Süden Hamburgs von Cuxhaven bis Lüchow-Dannenberg umfasst, ist in Sachen Bürgerbus so etwas wie ein Niemandsland. Lediglich in Fredenbeck, Oldendorf und Harsefeld haben sich jetzt die ersten Bürgerbus-Vereine gegründet und sind, wie Schmidt erzählt, kurz davor, ihren Betrieb aufzunehmen. Auch in Bienenbüttel in der Lüneburger Heide gibt es Bestrebungen, einen Bürgerbus einzurichten.

In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Naherholung am Dienstag, 21. Mai, 19 Uhr, im Rathaus in Nenndorf, stellt Wolfgang Schmidt, Vorsitzender vom Verein Pro Bürgerbus Niedersachsen, das Projekt Bürgerbus vor und zeigt auch einen Film. Interessierte Bürger sind eingeladen, an dieser öffentlichen Sitzung teilzunehmen.

Auch andere Tagesordnungspunkte drehen sich um die öffentlichen Bus- und Bahnverbindungen, zum Beispiel mit einer möglichen regelmäßigen Busverbindung zwischen Bendestorf, Bahnhof Klecken und Hittfeld sowie mit den stark variierenden Tarifen auf der Bahnstrecke von Nenndorf bis Buchholz.