Harburg

Insolvenzantrag für Wasserskianlage

Der Betreiber hat keinen Käufer für seinen in Not geratenen Betrieb gefunden. Anlage ist geschlossen

Harburg. Jetzt ist es vorerst vorbei mit dem Betrieb der Wasserski Hamburg GmbH (WHG) am Neuländer Baggerteich. Der Betreiber Peter Schattenfroh, 45, musste Ende vergangener Woche beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag stellen. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter war bis gestern vom Amtsgericht nicht bestellt worden. Die Anlage in Harburg war zu Pfingsten 2003 eröffnet worden und war im Juni 2011 sogar Austragungsort der Deutschen Meisterschaften im Cablewakeboarding.

"Mir ist es bei der Suche nach Investoren und Verhandlungen mit mehreren Kaufinteressenten leider nicht gelungen, einen Kaufvertrag perfekt zu machen", bedauert Schattenfroh. Der lange Winter habe dem Betrieb zu schaffen gemacht, was zur wirtschaftlichen Not geführt habe, so die Begründung Schattenfrohs für die Misere.

Zum beantragten Insolvenzverfahren sagt Schattenfroh: "Derzeit wissen wir noch nicht, welchen weiteren Verlauf das Verfahren nehmen wird, also auch nicht, ob und wie der Betrieb zur Saison 2013 wieder aufgenommen werden kann. Ziel des Verfahrens wird auf jeden Fall der Erhalt des Standortes mit dem Sportangebot und den damit verbundenen Arbeitsplätzen sein. Ich gehe davon aus, dass in Begleitung eines Insolvenzverwalters die Wasserskianlage in Harburg auf die eine oder andere Art und Weise gerettet werden kann und erhalten bleiben wird. Daran haben wir keinen Zweifel".

Unterstützung durch die Harburger Bezirksverwaltung kann die in wirtschaftliche Not geratene privatwirtschaftlich betriebene Wasserskianlage nicht erhalten. "Uns sind in dem Fall die Hände gebunden", erklärt Harburgs Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt, Jörg Heinrich Penner.

Wie berichtet steckt Schattenfrohs zweite Wasserskianlage, die 2007 eröffnete Wasserski- und Wakeboard-Arena in Pinneberg, bereits seit Mitte März in einem Insolvenzverfahren. Dort ist Insolvenzverwalter Simon Boës mit der Rettung des Betriebs befasst. Unter seiner Aufsicht betreibt Schattenfroh weiter die Geschäftsführung. Nach Aussagen Schattenfrohs habe er rückblickend mit Investitionen in den Pinneberger Betrieb zu früh angefangen. Den Betrieb in Harburg allein hätte er wirtschaftlich führen können. In beide Betriebe waren Investitionen von jeweils rund einer Million Euro geflossen, bereitgestellt von Gesellschaftern und Banken. Teile des Geldes sind zurück bezahlt. Inzwischen gibt es aber auch einen Sanierungsstau. Für Reparaturen und Modernisierung fehlt das Geld.

Die Wasserskianlage in Neuland ist nach wie vor Hamburgs erste und einzige Anlage. Pro Jahr waren etwa 50.000 Besucher gekommen.