Kommentar

Hafenentwicklung auf den Prüfstand

Hamburg feiert vom 9. bis 12. Mai den 824. Hafengeburtstag.

Der Hafen ist das Herz der Stadt. Ohne ihn würde ein großer Teil der Wirtschaft in der norddeutschen Region nicht funktionieren und viele Menschen wären ohne Arbeit. Damit Hamburgs Herz schlägt, sind im Laufe der Jahrhunderte schon viele Opfer an Mensch und Natur, Land und Lebensraum erbracht worden.

Der Hafengeburtstag stimmt viele Menschen fröhlich. Aber südlich der Elbe ist vielen Menschen weniger nach Feiern zumute. Da hat das Hafenentwicklungsgesetz von 1982 bereits Altenwerder vom Fischerdorf zum Containerterminal umgekrempelt und nach wie vor können auch die rund 800 Bewohner Moorburgs nicht sicher sein, dass ihr Ort ein ähnliches Schicksal erleidet.

Ihre Hoffnung, dass es für Moorburg besser kommen könnte, liegt in Entwicklungen südlich der Alpen, wo mit Fördermitteln der EU Mittelmeerhäfen und Eisenbahnstrecken ausgebaut werden. Dort, und nicht in Hamburg, könnten die künftigen Hauptumschlagplätze für den schnellen Warentransport von und nach Südost-Europa, einschließlich Österreich und der Schweiz, liegen.

Das Hafenschlick-Problem mit einer Deponie in Moorburg lösen zu wollen, kommt bei den Bewohnern auch nicht gut an. Sie fordern intelligentere Lösungen gegen den städtischen Flächenverbrauch, verlangen nach Verhandlungen auch mit Flächenländern wie zum Beispiel Sachsen-Anhalt.