Kommentar

Markt bleibt eine Baustelle

Lutz Kastendieck

Dass sich Marktbeschicker und Bezirksamt nach langem Tauziehen auf eine neue Struktur des 400 Jahre alten Wochenmarktes auf dem Sand geeinigt und sie jetzt auch umgesetzt haben, ist vorbehaltlos zu begrüßen.

Die Aufstellung der Wagenburg wirkt mit ihren vier breiten Hauptgängen jetzt einladender und übersichtlicher, manche Kunden sagen auch gemütlicher und hochwertiger.

Doch die lange überfällige Neuordnung kann nur der erste Schritt sein. Dass sich das unsägliche Hickhack um die Parkplätze dermaßen in die Länge zieht, ist dem Werben um neue, jüngere Kunden abträglich. Sie zu gewinnen wird für die Zukunft des Marktes jedoch von entscheidender Bedeutung sein. Denn nur wenn die Händler auf Dauer gute Umsätze machen, wird sich der Harburger Wochenmarkt so bunt und vielfältig präsentieren können, wie derzeit vor allem in der zweiten Wochenhälfte.

Dazu gehört sicher auch, offensiver für seine Vorzüge zu werben. Mit der Frische seiner Produkte ist der Wochenmarkt faktisch konkurrenzlos, da kann auch der beste Discounter kaum mithalten. Und dass sich junge Leute heutzutage zumeist von Fertigprodukten und Fast Food ernähren, ist alles andere als gottgegeben. Selbst frisch und gesund zu kochen, liegt wieder voll im Trend. Den mit einem geschickten Marketing aufzugreifen, könnte für die kreativen Köpfe unter den Marktbeschickern eine lohnende Aufgabe sein.

So gesehen bleibt der Wochenmarkt weiter eine Baustelle.

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