Winsen

"Die Zukunft für Winsen bauen"

Vier Bürger der Kreisstadt, darunter der Bürgermeister, wollen die Bürgerstiftung Winsen ins Leben rufen

Winsen. "Von Bürgern für Bürger ... miteinander die Zukunft für unser Winsen bauen!" Das ist das Motto von vier Winsenern, die gemeinsam die Bürgerstiftung Winsen ins Leben rufen möchten. Mit der Stiftung wollen sie gemeinnützige und mildtätige Zwecke in der 35.000-Einwohner-Stadt an der Luhe fördern. "Wir fühlen uns in Winsen zuhause", sagt die Initiatorin Sonja Ubländer, 35, "und wir wollen, dass sich alle Generationen auch weiterhin in dieser Stadt wohl fühlen."

Nach Ansicht der vier Initiatoren, darunter auch Winsens Bürgermeister André Wiese, 37 (CDU), gibt es in Winsen viel zu tun: für Kinder, Familie und Senioren; für das Ehrenamt; für Kunst und Kultur sowie für Umwelt, Natur und den Heimatgedanken. "Wir möchten Brücken bauen zwischen Alt und Jung, zwischen Neubürgern und Alteingesessenen sowie zwischen Kulturen und Nationen", sagt die Initiatorin Sabine Neumann-Heinen, 46.

Die neue Bürgerstiftung verstehe sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Stiftungen und Initiativen, die in Winsen Gutes tun. "Wir stellen uns eine enge Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen dieser Stadt vor", sagt der Initiator Michael Lammers, 56.

Die Bürgerstiftung Winsen soll das Gütesiegel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen erhalten. Damit würde die Bürgerstiftung die zehn Merkmale einer Bürgerstiftung erfüllen und sich unter anderem zu wirtschaftlicher und politischer Unabhängigkeit sowie zu Transparenz verpflichten. Seit der Gründung der ersten deutschen Bürgerstiftungen in Gütersloh 1996 und Hannover 1997 sind im gesamten Bundesgebiet rund 330 weitere Stiftungen dieses Typs entstanden.

Bis Ende dieses Jahres haben Privatpersonen und Unternehmen die Chance, Gründungsstifter der Bürgerstiftung Winsen zu werden. Privatpersonen stiften dafür mindestens 500 Euro, Unternehmen mindestens 2500 Euro. Jeder Gründungsstifter hat - unabhängig von seiner Gabe - eine Stimme.

Die vier Initiatoren haben einen Flyer und eine Internetseite konzipiert. Sie werden jetzt vor allem bei Winsener Unternehmen um finanzielle Unterstützung werben. Die Gründungsstifter wählen in der Gründungsversammlung Vorstand und Stiftungsrat. Bürgermeister André Wiese kündigte an, er werde nicht für den Vorstand kandidieren.

Entscheidender Baustein zum Gelingen der Bürgerstiftung in den nächsten Monaten ist das Zusammentragen von genügend Stiftungskapital - 50.000 Euro sind mindestens erforderlich. "Je mehr Gründungskapital wir zusammen bekommen, desto kraftvoller kann die Stiftung agieren", sagt André Wiese.

Eine erste Veranstaltung der Bürgerstiftung in spe ist bereits in Planung: Am 8. September möchte die Initiative einen Bürgerbrunch auf dem Schlossplatz anbieten. Zusammen kommen sollen Winsener unterschiedlichster Gruppen. "Ältere Menschen sollen mit jungen Familien an einem Tisch sitzen, Arbeitslose mit Unternehmern", sagt Sabine Neumann-Heinen. "Alle sollen das Gefühl haben, dass Winsen sie als Gemeinschaft aufnimmt."

Wer sind die Initiatoren? Sabine Neumann-Heinen wohnt seit einigen Jahren im Winsener Ortsteil Stöckte. Die Unternehmensberaterin engagiert sich in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg sowie im Kirchenvorstand der Katholischen Gemeinde Guter Hirt. Sonja Ubländer wohnt seit drei Jahren in einem Winsener Neubaugebiet. Die Mutter zweier Töchter leitet ehrenamtlich das Familienzentrum Winsen.

Michael Lammers, gebürtiger Winsener, arbeitet als Rechtsanwalt und Notar in der Kreisstadt. Über 20 Jahre führte er den Winsener Schwimmverein. André Wiese ist in Winsen geboren. Der frühere Landtagsabgeordnete ist seit November 2011 Bürgermeister.

www.buergerstiftung-winsen.de