Moment mal!

Leberwurst und Zwiebeltechnik

Eine Glosse von Susanne Gerlach

Trotz eisiger Kälte mache ich mich auf zu meinem Lieblingssupermarkt. Ich butschere durch die Gänge, nehme dies, versage mir das andere, und lande schließlich an der Frische-Theke. Zwei Stückchen Stremellachs, möchten Sie auch noch Käse? - ja, bitte. Welchen? - muss ich erst mal gucken, sage ich. Bin ja keine Fachverkäuferin.

Ein Frischkäsebällchen mit Lauch, bitte. Danach zum Aufschnitt. Das Wochenende steht vor der Tür - und da darf es ja auch gern ein bisschen mehr sein. Ich nehme Putenschlemmerbraten, die ganze Lage, und Borkumer Sanddornschinken. 50 Gramm. Dann noch zwei Mini-Cabanossi. "Sonst noch?", fragt mich der dem Akzent und Namen nach holländische Schlachtereifachverkäufer, und ich fühle mich ein bisschen genötigt.

Von links zwinkert mir die friesische Landleberwurst zu. "Und den Rest Leberwurst", sage ich triumphierend. "Sie müssen ja auch für zwei essen", strahlt mich der Kaskopf mit Blick auf meinen Bauch an. Hallo?! Schon mal was von Zwiebeltechnik gehört? Ich trage drei Jacken übereinander! Ist doch kalt draußen! Das kann dann schon mal auftragen!

Kommentarlos verlasse ich als beleidigte Leberwurst mit Leberwurst die Frische-Theke. Soll er sich doch gehackt legen, der Fleischverkäufer!