Harburg

Erdölsuche auf Kosten der Natur

Harburgs Linke lädt zur Diskussion über die umstrittene Technik des Fracking

Harburg. Die Fraktion Die Linke lädt am Sonnabend, 20. April, von 17 bis 19 Uhr zu einem Infoabend zum Thema Fracking ins Bürgerzentrum Feuervogel an der Maretstraße 50 ein.

"Der Abbau sogenannter unkonventioneller Erdgas- und Erdölvorkommen aus tief liegenden Gesteinsschichten ist in Deutschland nicht neu", sagt Sabine Boeddinghaus. Neu sei aber, dass diese höchst umstrittene Technik nun auch auf Hamburger Gebiet und damit auch in Harburg zum Einsatz kommen könne. "Aufklärung, Information und Transparenz müssen also dringend auch hier erfolgen, denn Fracking betrifft und alle", so Boeddinghaus. Die Firma ExxonMobil habe durch die Wirtschaftsbehörde die Aufsuchungserlaubnis und damit schon fast die Lizenz zum Gasbohren erhalten, obwohl die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt vor allem aus Sorge um den Wasserschutz gegen den Antrag Stellung bezogen hätte. Grundlage für die Erlaubnis sei das Bundesbergrecht, das seit seiner letzten Novelle unter Kanzler Helmut Schmidt Erdöl und Erdgas zur internationalen Erschließung - auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt - freigegeben habe. Laut Die Linke hätten zahlreiche Studien, Berichte, Filme und Recherchen aber längst eine besorgniserregende Bilanz des Fracking ergeben. Bei dem Verfahren würde ein hochtoxischer und nachweislich krebserregender und genetisch schädlicher Giftcocktail entstehen, dessen Zusammensetzung offenbar unter Geheimhaltung stehe. Zudem sei der Flächenverbrauch enorm und die sachgerechte Entsorgung radioaktiv belasteten Bohrwassers ein ungelöstes Problem.

Als Experten haben die Linken die freie Journalistin Carin Schomann von der Bürgerinitiative "Frackingfreies Hamburg" und den Energieforscher Jeffrey Michel eingeladen.