Kommentar

Ein Elektriker würde reichen

Rachel Wahba

Den Moorburgern dürften noch die gebetsmühlenartigen Versprechen der Herren Staatsräte Pörksen und Kleindiek in den Ohren klingen.

Der Senat werde alles Erdenkliche tun, um das Sicherheitsgefühl der Moorburger zu erhöhen. Man darf an die Sitzung des Harburger Jugendhilfeausschusses und an vorangegangene Sitzungen im Harburger Rathaus erinnern, als Staatsrat Ralf Kleindiek die Beleuchtung für diese eine Bushaltestelle versprach. Damals klangen die Ankündigungen, als sei die Beleuchtung eines Bushäuschens eine Kleinigkeit. Ist es ja auch.

Dass nunmehr Monate ins Land gezogen sind, der Ex-Sicherungsverwahrte längst eingezogen ist, und eben jene Kleinigkeit immer noch nicht erledigt ist, zeigt recht deutlich, wie ernst der Senat es tatsächlich mit den Sorgen der Moorburger genommen hat und immer noch nimmt.

Geradezu lächerlich ist die Begründung, warum die Haltestelle immer noch nicht beleuchtet ist. Zu viele Akteure müssten an einen Tisch geholt werden. Man könnte doch eigentlich meinen, ein Akteur müsste ausreichen, um die Laterne aufzuhängen, nämlich ein Elektriker. Aber auch der braucht natürlich einen Auftrag.

Zwei Schlüsse lassen sich daraus ziehen: Entweder werden hier Ausreden vorgeschoben, oder diese Stadt ist tatsächlich so bürokratisch, dass sie es nicht schafft, solche Kleinigkeiten auf dem kleinen Dienstweg umzusetzen. Der Senat hat nur großes Glück, dass die Moorburger nicht zur Hysterie neigen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg