Wilhelmsburg

Klappbrücke lässt auf sich warten

Inzwischen wird Ende 2014 als Termin für die Fertigstellung der neuen Rethe-Querung angepeilt

Wilhelmsburg. Als im September 2010 im Hamburger Hafenabschnitt Rethe mit dem ersten Spatenstich der Baubeginn von Europas größter Klappbrücke symbolisch angedeutet worden war, rechneten die Brückenbauer noch mit einer Fertigstellung des Bauwerks bis Ende dieses Jahres. Der Zeitplan lässt sich inzwischen genauer bestimmen. Sinje Pangritz, Sprecherin der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA), geht jetzt davon aus, dass die Brücke voraussichtlich ein Jahr später, Ende 2014, für den Verkehr freigegeben werden kann. Die neue Klappbrücke wird die alte und störanfällige Rethe-Hubbrücke von 1934 ersetzen, die anschließend auch abgerissen werden soll.

Im Gegensatz zur alten Hubbrücke, die etwa 40 Mal am Tag für Autos gesperrt werden muss, wenn ein Güterzug hinüber fährt und anschließend die Fahrbahnen kreuzt, werden auf der neuen Klappbrücke künftig Bahn- und Autoverkehr getrennt voneinander laufen. Für die Bahn wird es zwei jeweils rund 52 Meter lange Brücken-Klappteile geben und ebenso zwei Brücken-Klappteile für die Autos. Die benötigten Stahlelemente sind bereits in Ungarn und Tschechien angefertigt worden. Sinje Pangritz: "Die Vormontage der Klappen erfolgt derzeit in Wilhelmshaven. Die Teile sollen per Schwimmponton nach Hamburg gebracht werden. Wir rechnen damit, dass die Klappen im Frühjahr 2014 eingebaut werden können. Und Ende des kommenden Jahres wird die Brücke dann fertig sein."

Die Rethe ist wie der Reiherstieg ein natürlicher Flusslauf der Elbe, der für die Hafennutzung ausgebaut worden ist.

Für das mehr als 70 Millionen Euro teure Brückenbauwerk haben sich die Firmen Züblin, Hochtief, F+Z, MCE Stahl- und Maschinenbau sowie Waagner Biro zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Rethequerung verbindet die Hohe-Schaar-Straße im Süden mit dem Rethedamm im Norden. Neben Fußgängern und Radfahrern nutzen täglich etwa 7000 Autofahrer die Verbindung.

Schiffe werden künftig gut 20 Meter mehr Durchfahrtsbreite zur Verfügung haben, insgesamt 64 Meter. Und die Durchfahrtshöhe wird unbegrenzt sein - im Gegensatz zur Hubbrücke, die im hochgefahrenen Zustand nur Schiffe bis maximal 52 Meter Höhe passieren lassen kann.

Für Schiffe wird die Hubbrücke etwa 3000 Mal im Jahr geöffnet, also knapp zehnmal am Tag.