Tostedt

Weiter Streit um Standort für Kita

Nach dem Bürgerentscheid in Tostedt werden neue Alternativen zur Dieckhofstraße ins Spiel gebracht

Tostedt. Obwohl der Bürgerentscheid gegen eine Kita an der Dieckhofstraße gescheitert ist, geht die Diskussion zur Standortfrage einer neuen Kita in Tostedt weiter. Burkhard Allwardt, fraktionsloses Mitglied im Samtgemeinderat, hat mit seinem Antrag an die Verwaltung, zu prüfen, ob die geplante Kita in den Räumen der Töste Realschule an der Poststraße eingerichtet werden kann, für neuen Zündstoff gesorgt.

Da die Schülerzahlen an der Realschule deutlich gesunken sind, sollen die Schüler voraussichtlich ab diesem Sommer nicht mehr an der Poststraße, sondern im Schulzentrum Düwelshöpen unterrichtet werden.

Im Laufe dieser Woche führt der Landkreis mit den Schulleitern und Vertretern der Samtgemeinde Tostedt Gespräche, ob die Zusammenlegung der Erich-Kästner-Realschule und der Töste Realschule möglich ist. "In dem Fall hätte der Landkreis keine Verwendung mehr für die Räume", sagte Bernhard Frosdorfer, Sprecher des Landkreises Harburg.

Da die Samtgemeinde Eigentümer der Gebäude an der Poststraße ist, liegt es dann in ihrer Hand darüber zu entscheiden, was mit den leeren Räumen geschehen soll. "Hier könnten kurzfristig Betreuungsplätze mit wenig Aufwand eingerichtet werden", sagte Burkhard Allwardt gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

Doch die Verwaltung hat offenbar andere Pläne. Samtgemeindebürgermeister Dirk Bostelmann sagte, es sei denkbar, dass die Hauptschule Tostedt an die Poststraße ziehe. Aber von dort war die Schule vor einigen Jahren ins Schulzentrum Düwelshöpen gezogen. "Dann zwingt man die Schüler dahin zurück, wo sie vorher schon waren", sagt Allwardt.

Bevor allerdings der Kita-Neubau an der Dieckhofstraße starten kann, muss der Landkreis erst noch die Genehmigung für den Bebauungsplan erteilen. Derweil hat der Verein "Mehr Demokratie" die Streichung des Zustimmungsquorums von 25 Prozent gefordert, nachdem die Gegner des Kita-Neubaus an der Dieckhofstraße mit ihrem Bürgerentscheid gescheitert sind.

Denn in dem Bürgerentscheid stimmte zwar eine Mehrheit von 62,9 Prozent der Abstimmenden für das Bürgerbegehren und damit gegen den Standort Dieckhofstraße, allerdings wurde die erforderliche Zustimmung von 5205 Stimmen (25 Prozent der Wahlberechtigten) nicht erreicht. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens erhielten 3350 Ja-Stimmen.

Von 81 Bürgerentscheiden in Niedersachsen seien bislang 30, also 37 Prozent am Zustimmungsquorum gescheitert, so der Verein "Mehr Demokratie". "Wieder mal müssen wir ein Quorumsopfer beklagen. Das Zustimmungsquorum sorgt für viel Frust bei den Bürgern. Die Mehrheit soll entscheiden, wie bei Wahlen auch", sagt Tim Weber, Landesgeschäftsführer von Mehr Demokratie.