Rosengarten

Sportler träumen vom Skaterpark mit Niveau

Gemeinde Rosengarten soll 50.000 Euro in anspruchsvolle "Street Plaza" nach amerikanischem Vorbild investieren

Rosengarten. Die Wheels knallen auf die Rampe, Schwung holen, mit den Boards runterrauschen, dann zack auf die nächste Rampe, zum Grind und Ollie ansetzen - verpatzt. Dass die Tricks von Adrian Glaubitz, 15, aus Sottorf und Finn Appelt, 15, aus Leversen auf der Skateranlage in Tötensen nicht gelingen wollen, liegt nicht am Unvermögen der Jungen.

Im Gegenteil: Die beiden skaten seit Jahren. Das Problem ist: Die Skateranlage lässt es nicht zu, dass zwei Regular-Skater (Skater, die beim Fahren ihren linken Fuß vorne haben) zeitgleich nebeneinander auf der engen Rampe ihre Tricks probieren können. Adrian und Finn schütteln darüber nur den Kopf: "Wer hat sich das bloß ausgedacht?"

Sie und schätzungsweise rund 50 weitere Skater aus Rosengarten wünschen sich schon seit langem einen Skaterpark mit Niveau. Bereits vor zwei Jahren haben die Jugendlichen das auch der Gemeindeverwaltung gegenüber geäußert. Wie es scheint, dauert es nicht mehr lange, bis ihr Wunsch in Erfüllung geht.

Am Montag, 4. März, beschäftigt sich der Jugend-, Sozial- und Sportausschuss mit dem Bau einer Skateranlage. Die CDU hat beantragt, dass die Gemeinde 50.000 Euro in eine neue Anlage investiert. In 2012 wurden bereits Planungskosten von 6000 Euro bereitgestellt. Nur die Planung selbst hakte noch etwas.

"Es geht jetzt nur noch darum, die zu konkretisieren", sagt Rainer Alka, stellvertretender Verwaltungschef der Gemeinde Rosengarten. Soll heißen: Von der Gemeinde gibt es schon einmal grünes Licht. Die Skateranlage soll im Norden der Gemeinde - in Vahrendorf - gebaut werden. "Auch die Norddörfer sollen in den Genuss einer Anlage kommen", sagt Alka. Damit wäre es die vierte Skateranlage in der Gemeinde. Drei Anlagen existieren in Tötensen, Klecken und Nenndorf.

Vor kurzem haben sich die Ortsräte Sottorf, Ehestorf/Alvesen und Vahrendorf mit einem Dutzend Jugendlicher zusammengesetzt, um zu erfahren, welche Anforderungen sie an eine Anlage stellen. "Verschiedene Schwierigkeitsgrade, die aufeinander aufbauen, sind den Jugendlichen besonders wichtig", sagt die Sottorfer Ortsbürgermeisterin Wiebcke Diercks.

Finn Appelt und Adrian Glaubitz denken da vor allem an eine kleinere Version einer so genannten Street Plaza, etwa in der Art wie die Westchester Skate Plaza in Los Angeles. Das heißt, der Park sollte aus Treppenstufen, wie sie auch im öffentlichen Raum zu finden sind, sowie aus Elementen wie Rails (Geländer), Gaps (Löcher im Beton), Ledges und Curbs bestehen. Curbs sind Hindernisse mit einer Kante. Eine Ledge verbindet im Gegensatz zum Curb zwei unterschiedlich hohe Ebenen.

Die Hindernisse geben den Jugendlichen die Möglichkeit zum Grinden, was so viel bedeutet, wie mit dem Skateboard an den Objekten entlang zu rutschen. Der Fahrbelag sollte keinesfalls aus Kunststoff oder Aluminium, sondern aus Beton sein.

Halfpipes, die bekannten geschwungenen Rampen, sind überhaupt nicht mehr angesagt und nur noch Relikte vergangener Skater-Tage. "Da kann man nur langweilig runterfahren", sagt Adrian Glaubitz. Außerdem fordern die Jugendlichen, dass die Elemente, anders als in Tötensen, nicht in einer Reihe angeordnet sind. Das Gute an so einer Street-Plaza sei, dass nicht nur Skateboarder, sondern auch Inline-Skater, BMX- und Cross-Bike-Fahrer sie nutzen könnten, so die Jungen. Auf einen Grillplatz, einen Unterstand und ähnliches könnten sie dagegen verzichten. Ihnen geht es nur um den Sport. "Wenn es geregnet hat, können wir ohnehin nicht mehr skaten, weil es zu gefährlich wäre", sagt Adrian Glaubitz. "Was aber toll wäre, wäre eine Beleuchtung." Damit die Gymnasiasten in den Herbst- und Wintermonaten auch noch nach der Schule skaten können.

Vor allem aber freuen sich die beiden darauf, nicht mehr den langen Weg nach Hamburg in Kauf nehmen zu müssen, um zu skaten. Sie glauben, dass es dann andersherum läuft. "Wenn hier eine Street Plaza entsteht, kommen bestimmt auch professionelle Skater aus Hamburg hierher", sagt Finn Appelt.

Die für diesen Montag geplante Sitzung des Jugend-, Sozial- und Sportausschusses findet ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Bremer Straße 42, in Rosengarten-Nenndorf statt. Neben der Skateranlage steht das Thema Defibrillatoren auf der Tagesordnung. Sporthallen, die der Gemeinde gehören, sollen für den Notfall mit diesen medizinischen Geräten ausgestattet werden. Außerdem setzt sich der Ausschuss mit der Errichtung eines Spielplatzes in Klecken am Spechtweg/Ecke Kiebitzweg auseinander.