Klärschlamm erhält Gütesiegel

Landkreis Harburg bietet die Biomasse jetzt als zertifizierten Dünger für Landwirte an

Seevetal/Winsen . Die Klärschlammverwertung des Landkreises Harburg hat vergangenem Mittwoch das Gütesiegel "AS-Dünger" erhalten. Das steht für "Abwasserschlamm und Düngung". Die Auszeichnung berücksichtigt die gesamte Verwertungskette des Schlamms von der Kläranlage bis zum Aufbringen auf die Felder als Dünger. Bewertet wurde der Klärschlamm aus den kreiseigenen Entsorgungsanlagen Seevetal und Obere Este.

Im Winsener Kreishaus nahmen Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt und Jörg Schultze, Leiter des Betriebs Abwasserbeseitigung, die Zertifikatsurkunden entgegen, die vom Verband zur Qualitätssicherung von Düngung und Substraten (VQSD) verliehen wurden. Der Fachverband kümmert sich bundesweit um organische Stoffe in der Landwirtschaft und vergibt ein Zertifikat für umweltfreundliche Kreisläufe. Dabei gelten Umweltschutz, Ressourcenschonung und die Wahrung der Lebensmittelsicherheit als Kriterien an vorderster Stelle.

Dass der Klärschlamm aus dem kreis Harburg zertifiziert worden sei zeige eine Qualität, die weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehe, sagte Hoppenstedt. Gut sei diese Verwertungskette aber vor allem für die Landwirte, die Klärschlamm als Nährstoff und Humuslieferanten erhalten, ergänzte Schultze. Auch der Landkreis profitiere durch die Sicherheit und Ressourcenschonung des Verfahrens. Die Verwertung des Klärschlamms als Dünger sei eine ebenso umweltschonende wie kostengünstige Variante. Dies komme den Bürgern direkt zugute, da das Preisniveau der Abwassergebühren mit 1,70 Euro pro Kubikmeter stabil bliebe.

Das Abwassernetz des Landkreises besteht aus 580 Kilometern Freigefällekanälen, 130 Kilometern Abwasserdruckrohrleitungen und 150 Pumpwerken. In den Kläranlagen Seevetal und Ober Este werden jährlich etwa s777 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser gereinigt.

Bei der Reinigung des Abwassers bleibt nährstoffreiche Biomasse übrig, der Klärschlamm - jährlich etwa 110.000 Kubikmeter. Nach Entwässerung des Schlammes, stehen etwa 8.700 Tonnen Biomasse der Landwirtschaft zur Verfügung. Darin befinden sich Nährstoffe für das Wachstum von Pflanzen. Daher wird Klärschlamm als Düngemittel genutzt.

Die Firma ETH Umwelttechnik GmbH aus Hamburg kümmert sich um die Verteilung des Schlammes an die landwirtschaftlichen Betriebe der Region. Dazu gehört die Lagerung des Klärschlamms ebenso wie die organisatorische Absprache mit den Landwirten, die Lieferung und bei Bedarf auch das Ausbringen des Schlamms.

Die Prüfung des Klärschlammes durch den VQSD veranlasste der Landkreis selbst. Qualität solle auch ausgezeichnet werden, so das Argument. Wichtig sei die Verwertung der Biomasse auf den Feldern, als eine sinnvolle Art der Entsorgung. Um eine dauerhaft gute Klärschlammqualität zu gewährleisten, kontrolliert das unabhängige Institut Lufa Nordwest der Landeswirtschaftskammer Niedersachsen alle drei Monate den Klärschlamm.