Harburg hatte früher eine Reeperbahn

Harburg. Archäologen haben Hinweise auf eine Reeperbahn in Harburg entdeckt. Bei der Ausgrabung an der Schlossstraße sind Wissenschaftler des Archäologischen Museums Hamburg auf einen 4,10 Meter breiten und mindestens 26 Meter langen Pfostenbau aus dem 17. Jahrhundert gestoßen. Sie werten den Fund als Hinweis auf eine Reeperbahn. Das gab das Archäologische Museum Hamburg in Harburg am Montag, 28. Januar, bekannt.

Eine Reeperbahn ist ein Ort, an dem Taue und Seile produziert wurden. Die sogenannten Reepschläger benötigten für die Herstellung von Schiffstauen eine lange, gerade Bahn.

Bei der Ausgrabung auf insgesamt mehr als 2000 Quadratmetern an der Harburger Schlossstraße haben die Archäologen nachweisen können, dass bereits seit dem 13. Jahrhundert Schiffbau in Harburg betrieben worden ist. Grabungshelfer fanden im Boden sogenannte Sinteln. Diese krampenartigen Eisenteile wurden bei der Produktion von Schiffsplanken verwendet. Dazu entdeckten sie in verschiedenen Erdschichten Schiffsteile aus Holz. Archäologen werten die Entdeckungen als Hinweis auf die Existenz einer Werft.

Die Archäologen sind sich jetzt auch sicher, dass der erste Wochenmarkt in Harburg an der Schlossstraße gelegen haben muss. Bisher war die Lage des im Jahr 1288 erstmals erwähnten Marktes unbekannt. Auffallend viel hochwertiges Trinkgeschirr, das entdeckt wurde, gilt entweder als Hinweis auf eine Marktschänke oder auf Handelsgut auf dem Wochenmarkt.