Fachenfelde

Gemeinde Stelle schafft Platz für Firmen

Gewerbegebiet Fachenfelde wird um 13 Parzellen nach Westen erweitert. Der erste Betrieb zieht bereits in diesen Tagen in sein neues Domizil.

Stelle. Die Geschäftsführung der 1A Wagner Express GmbH in Stelle ist derzeit nur über die Handynummer von Firmenlenker Herbert Wagner telefonisch erreichbar. "Wir sind hier erst vor einer Woche eingezogen", sagt der 45-Jährige von seinem übersichtlich bestückten Schreibtisch aus. Neben seinem Arbeitsplatz aber stapeln sich Aktenordner, Computerbildschirme und Umzugskartons. "Bis Ende des Monats wollen wir hier die Arbeit mit allen unseren 23 Angestellten aufnehmen." Am bisherigen, etwa 500 Meter entfernt liegenden Firmensitz in der Straße Zum Reiherhorst laufen derzeit die letzten Renovierungsarbeiten.

Wagner, der sich vor 23 Jahren als Kurierfahrer selbstständig machte und seit 2006 ein Lagergebäude im Gewerbegebiet Fachenfelde anmietet, ist nach seinem anstehenden Firmenumzug der erste Eigentümer einer Immobilie auf den neuen Erweiterungsflächen im Nordwesten des Wirtschaftsstandorts. Dort, wo in den vergangenen drei Jahrzehnten die Halle eines Bauunternehmens stand, ist binnen weniger Monate Platz für mindestens 13 Betriebe geschaffen worden. "Seit mehr als zwei Jahren haben wir Planungen angestellt, wie wir die frei gewordene Fläche zukünftig sinnvoll nutzen können", sagt Heinz Gering von der Eigentümergesellschaft Ofra Holding.

"Um die Parzellen gegenüber Interessenten vermarkten zu können, wurde zunächst eine neue Erschließungsstraße gebaut", so Gering weiter. Außerdem mussten ein neues Regenrückhaltebecken für Oberflächenwasser am östlichen Geländerand sowie Ver- und Entsorgungsleitungen angelegt werden. "Jetzt warten wir nur noch auf besseres Wetter, um die restlichen Pflasterarbeiten durchführen zu können." Erschlossen sind damit fünf große Bauplätze rund um einen Wendehammer im Norden und weitere acht teilweise mit zweigeschossigen Häusern bebaute Filetstücke im Süden des 4,5 Hektar großen Gewerbegebiets.

Die mit knapp 9200 Quadratmetern größte Freifläche ist größtenteils nur eingeschränkt für gewerbliche Zwecke nutzbar, das mit knapp 1300 Quadratmetern kleinste Grundstück ist bereits bebaut. "Beim Zuschnitt sind aber noch Änderungen möglich", sagt Berndt Oertzen. Der auf Gewerbeobjekte spezialisierte Immobilienmakler aus Winsen weiter: "Drei der Grundstücke sind bereits verkauft." Darunter ist auch das mit 70.230 Euro preisgünstigste Grundstück mit 2341 Quadratmetern unbebauter Mischgebietsfläche. Oertzen: "Bei drei weiteren laufen die Verhandlungen." Das mit 375.240 Euro teuerste, 6254 Quadratmeter große und uneingeschränkt als Gewerbestandort ausgewiesene Stück Grünland ist dagegen noch zu haben. "Bei der Auswahl der Bewerber achten wir darauf, dass sie zur Struktur des gesamten Gewerbegebiets passen", sagt Jörg Ruschmeyer, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Stelle. "Wichtig ist zudem, dass die Unternehmen möglichst viele Arbeitsplätze schaffen." Ein Firmensitz in direkter Nähe zum Maschener Kreuz und damit kurzen Wegen zu den Autobahnen 39 sowie A 1 und A 7 sei zwar für viele Unternehmen attraktiv. "Wir wollen aber erst einmal den örtlichen Betrieben eine Chance geben, sich zu vergrößern." Das betrifft auch die zulässige Gebäudehöhe, die im Einzelfall die Grenze von sieben Metern überschreiten dürfe. Durch ihr Entgegenkommen sei es der Gemeinde gelungen, zwei Betriebe zum Umzug aus Wohngebieten im Ortskern in das neue Gewerbegebiet zu bewegen. Die Grundstücke für 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter sicherten sich neben dem Steller Spediteur Wagner ein Bauunternehmer und ein Reifenhändler.

Da bei der Nachfrage nach Gewerbeflächen vor den Toren Hamburgs kein Ende abzusehen sei, blickt die Gemeinde bereits auf die andere Seite der Kreisstraße 86. "In naher Zukunft könnte auch das Gewerbegebiet 'Fachenfelde Süd' erschlossen werden", sagt Wirtschaftsförderer Ruschmeyer. "Wir stehen bereits im Dialog mit dem Landkreis Harburg." Planungsrechtliche Probleme bereitet ein dortiges Feuchtbiotop, das unter einem riesigen Kreisverkehr am Standort der heutigen Ampelanlage leiden würde. "Eine Alternative könnte eine moderne Ampelanlage sein, um das etwa 40 Hektar große Gebiet zu erschließen."