Hertie-Haus in Stade soll Nahversorgungszentrum werden

Investoren stellen neues Konzept für marodes Kaufhaus vor

Stade. Der ehemalige Hertie-Komplex am Pferdemarkt ist seit drei Jahren Stades Sorgenimmobilie. Das teilweise marode, leerstehende Gebäude samt baufälligem Parkhausbereich wurde mehr und mehr zum Schandfleck in der Stader Innenstadt. Nun wollen die Investoren Martin M. Schaer und Olaf M. Heinzmann von der "Matrix"-Immobilien GmbH dieses Filetstück für etwa 45 Millionen Euro zu einem "klassischen Nahversorgungszentrum" mit kleinen Geschäften für Lebensmittel, Textilien, Schuhe und Sportartikel umgestalten. "Wir sind froh, dass nach drei Jahren Bewegung in das Projekt kommt, das an einem sehr guten Standort bleibt", sagte Stades Erster Stadtrat Dirk Kraska. Schließlich stehen Städte bei solchen Standortfragen untereinander in Konkurrenzdruck, so Kraska. Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms sieht in der Umgestaltung des alten Hertie-Komplexes interessante städtebauliche Möglichkeiten, die nun in das laufende Bauleitverfahren eingeschlossen werden können.

Für konkrete Pläne und Bilder sei es allerdings noch zu früh, so Schaer, da derzeit die Absprachen mit der Stadt Stade geführt werden. Gemeinsam wolle man mit Verwaltung und Politikern der Hansestadt die Architektur- und Nutzungskonzepte vorbereiten.

So soll die Fassade mit der für Stade typischen Bauweise in Einklang gebracht werden und das Hässlich-Klotzige mit dem kalten Charme der 60er-Jahre verschwinden. "Wichtig ist uns, dass wir den Stader Einzelhandel nicht kannibalisieren, sondern unser Konzept eine punktuell sinnvolle Ergänzung wird", sagt Heinzmann.

Die Planungen sollen bis zum Frühsommer mit der Verwaltung der Hansestadt abgestimmt und vom Rat abgesegnet werden.

Die beiden Investoren, die mit der Stadt Stillschweigen über die Kaufsumme der Immobilie vereinbart haben, hatten das Objekt direkt vom Insolvenzverwalter der Hertie-Eigentümer "Dawnay Day" erworben.

"Wir sind seit zehn Jahren auf die Entwicklung von innerstädtischen Einzelhandelsimmobilien spezialisiert", sagt Schaer. Jüngste Referenzobjekte seien das alte Karstadt-Kaufhaus in Kiel oder die Bahrenfelder Marktplatz-Galerie in Hamburg.

Auf jeden Fall wollen die Hamburger Investoren den Rückbau des fünfgeschossigen ehemaligen Warenhauses auf drei Ebenen vollziehen und eine kundenfreundliche Lösung von Handel und Parken schaffen. Rund 10.000 Quadratmeter Fläche sollen vermietet werden. Dabei wollen die Matrix-Manager in Sachen Vermietung in "gesundes Fahrwasser" und langfristige Mieter gewinnen, die auch 20 Jahre am Standort bleiben wollen.

Ein weiterer wesentlicher Planungspunkt ist, das Entfernen des Schieferüberhanges um dort eine Fußgängerzone zwischen Zeughaus und den neuen Geschäften zu schaffen, deren Zugang dann von außen erfolgen soll.