Moment mal!

Mir ist ein Licht aufgegangen

Eine Glosse von Katy Krause

Da steht sie nun. Seit zwei Tagen ragt die neue Straßenlaterne direkt vor meinem Küchenfenster in den Himmel empor, versperrt mir den bislang so schönen Blick auf die Wiesen und Felder.

Ich hasse das grausilberne Metallteil, das mir die Stadt Hamburg da vor die Tür gepflanzt hat. Es verschandelt das ganze Haus. Bislang stand die Straßenlaterne doch auch versteckter, an der Grenze zum Nachbargrundstück. Ob man sich dagegen wehren kann?

Nein, Moment mal! Ich hatte es mir doch fest vorgenommen: Wenn sich einmal vor meiner Haustür etwas verändert, werde ich keine Bürgerinitiative gründen, und ich werde auch keinen Anwalt einschalten.

Ich bin für den nötigen Wohnungsbau, aber nicht auf der Wiese nebenan? Ich fahre gern und viel Auto, aber wehre mich gegen den zunehmenden Verkehr in meiner Wohnstraße? So wollte ich eben nicht reagieren.

Und jetzt ertappe ich mich doch tatsächlich dabei, wie mich die simple Straßenbeleuchtung, die dank neuer LED-Technik der Stadt bestimmt viel Strom und Geld spart, ordentlich aus der Fassung bringt. Es ist eben bei allem Bemühen doch gar nicht so einfach, für etwas Neues zu sein, wenn es vor der eigenen Haustür passiert.

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