Asklepios äußert sich vor Ausschuss

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Führungskräfte des Unternehmens nehmen Stellung zu Personalbelastung. Betriebsrat nicht beteiligt

Harburg. Die Vorwürfe hatten es in sich: Ärzte und Pflegekräfte an der Asklepios Klinik Harburg (AKH) sollen zu viele Überstunden leisten und sich wegen Personalmangels auch nicht in vorgegebenen Zeiträumen um das Wohl der Patienten kümmern können. Der Betriebsrat der AKH hatte im Herbst vergangenen Jahres in einem Brandbrief die Patientenversorgung als nicht "ausreichend" dargestellt und auf einen Anstieg der Gefährdungsanzeigen hingewiesen. Die Anzeigen sind gefordert, wenn das Personal die eigene Belastungsgrenze überschreitet und die notwendige Patientenversorgung nicht mehr gewährleisten kann. Das Hamburger Abendblatt hatte vergangenen September über die Situation berichtet.

Auf Antrag von SPD und CDU befasste sich nun der Harburger Gesundheitsausschuss mit der Problematik. Sechs Hamburger Führungskräfte des privatwirtschaftlich geführten Klinikunternehmens und ein Fachbereichsleiter der Hamburger Gesundheitsbehörde nahmen Stellung. Behördenreferent Gottfried Ingenhaag sagte, dass die Arbeitszeitproblematik ebenso andere Krankenhäuser angehe und die Asklepios Klinik Harburg bei der Systemkontrolle nicht aus dem Rahmen falle.

Dr. Christoph Mahnke, Geschäftsführender Direktor der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, verwies auf Schwierigkeiten für Mitarbeiter, die auch in Zusammenhang mit der bis Mitte 2014 dauernden Modernisierung des Harburger Krankenhausbetriebs stünden. Die AKH bekommt unter anderem eine neue Zentrale Notaufnahme.

Inzwischen ist den Mitarbeitern auch ein neuer Geschäftsführer genannt worden, der zum 1. Februar als Nachfolger von Dr. Cornelia Lindner die AKH übernimmt: Marco Walker, bisheriger Geschäftsführer des Asklepios Westklinikums Hamburg-Rissen.

In Harburg werden jährlich rund 30.000 Patienten stationär versorgt. 1470 Mitarbeiter zählt die AKH, davon 102 Auszubildende. Die Zahl der Patienten in der Zentralen Notaufnahme steigt um etwa 1000 pro Jahr. Im September/Oktober 2012 wurden bei 6120 Schichten 51 Gefährdungsanzeigen eingereicht.

Ausschussvorsitzende Dr. Antje Jaeger (CDU) und Heinz Beeken (SPD) erklärten zum Abschluss der Vorträge ihre Anträge für erledigt. "Unsere Gesundheitsindustrie hat große Schwierigkeiten, ausreichend Personal zu finden.", sagte Beeken. Jaeger erklärte: "Ärzte wie auch Pflegekräfte nutzen zunehmend die Möglichkeit des Job-Hoppings und bieten ihre Dienstleistung verschiedenen Arbeitgebern an."

Kritischere Töne kamen von Carsten Schuster (FDP): "Ich hätte mir noch präzisere Angaben gewünscht. So haben wir ein Spiegelbild der realistischen Situation der Krankenhäuser in Deutschland erhalten." Kay Wolkau (Grüne) meinte: "Mit dem Verkauf städtischer Krankenhäuser an private Betreiber hat die Politik an Einflussmöglichkeit verloren. Nun kann die Gesundheitssenatorin versuchen, Einfluss zu nehmen, wenn die Unternehmer finanzielle Zuschüsse für ihre Häuser benötigen." Sabine Boeddinghaus (Linke) kritisierte, dass der Betriebsrat an der Sitzung nicht beteiligt war.

( (gip) )

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