Harburg
Randnotiz

Ohne Geschenke geht es nicht

Nur noch wenige Tage bis zum Fest, der Endspurt beim Weihnachtseinkaufs-Gerenne hat begonnen. Aber nicht bei uns.

Meine Frau und ich wollten uns in diesem Jahr die Hektik ersparen und uns nichts schenken. Auch für die Kinder, die übrige Verwandtschaft und für Freunde gibt es nur ein paar Kleinigkeiten, und die sind längst gekauft. So sah unsere Planung für Weihnachten 2010 aus. Eigentlich!

Doch vor einigen Tagen bemerkte ich bei meiner Teuren eine merkwürdige Unruhe. "Ich muss unbedingt noch in die Stadt und dort etwas erledigen, hoffentlich gibt es bei dem vielen Schnee keine Probleme mit dem Bus und der S-Bahn", meinte sie beim Frühstück. Wir könnten gemeinsam mit dem Auto fahren, schlug ich vor, die Straßen seien doch geräumt und gestreut. "Nein, nein, dabei kann ich dich nicht gebrauchen", wehrte sie ab, und ich ahnte es schon: Sie hat unsere Planung über den Haufen geworfen, Weihnachten ohne Geschenke ist für sie nur die Hälfte wert, das hält sie gar nicht aus.

Gestern entdeckte ich dann im Wäscheschrank zufällig einen in Geschenkpapier eingepackten flachen rechteckigen Gegenstand, wahrscheinlich ein Buch in Großformat. Hätte ich ihr nur nicht von dem wunderschönen Fotoband vorgeschwärmt, der mir aber eigentlich zu teuer ist, jetzt habe ich wahrscheinlich die Bescherung.

Und dann kann ich am Heiligabend doch nicht mit leeren Händen vor meiner Frau stehen. Ich muss mir auf die Schnelle noch etwas einfallen lassen, wieder nichts mit dem stressfreien Fest. Macht nichts, für den tollen Fotoband nehme ich den Stress in Kauf. Wahrscheinlich hat meine Frau wieder einmal Recht. Weihnachten ganz ohne Geschenke ist doch etwas karg.