Harburg

Arcaden-Brücke passt

Der neue Zugang ins Einkaufszentrum ist eingehängt und wird noch im Dezember begehbar sein

Harburg. Sie hing am Kranhaken, schwebte Sonntag, kurz nach 10 Uhr in ihre Verbindungsposition zwischen dem Gehweg am Harburger Ring und der oberen Ladenetage des Einkaufszentrums Harburg Arcaden. Die 18 Meter lange, vier Meter breite und gut 13 Tonnen schwere Stahlbrücke verschafft den Arcaden nun einen neuen, verkehrsgünstigen Zugang von den Bushaltestellen am Harburger Ring, Höhe S-Bahnstation Harburg-Rathaus. Sie wird aller Voraussicht nach dazu beitragen, das im Herbst 2002 etwas glücklos gestartete Einkaufszentrum in seiner oberen bislang nie voll vermieteten Ladenetage zu beleben.

Centermanager Sascha Twesten schaute gestern zufrieden zu und kündigte an: "Bei uns im Haus wird sich im kommenden Jahr noch einiges tun." Die neue Fußgängerbrücke, sie ist anthrazitgrau gestrichen und wird erst nach Abschluss des angrenzenden Innenausbaus für Fußgänger freigegeben. Voraussichtlich wird der neue Zugang noch im Dezember eröffnet. Twesten bedauert, dass die Arcaden nicht schon zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft ihre Modernisierung abschließen konnten.

Wie bereits berichtet, wird die Postbank voraussichtlich Mitte kommenden Jahres vom Harburg Center in die Harburg Arcaden wechseln. Twesten: "Es sind weitere interessante Mieter zu erwarten." Wer wo innerhalb des Hauses Position einnimmt, wird zurzeit noch verhandelt.

An einen Zugang vom Harburger Ring in die Arcaden war bereits während der Bauplanung gedacht, letztlich aber nicht realisiert worden. Vermutlich ein Fehler, denn Ladenmieter in der oberen Etage hatten nur wenig Kundendurchlauf. Vor einem Jahr kam dann grünes Licht für die Brückenplanung, und im nordrheinwestfälischen Nümbrecht machte sich - nachdem in Harburg alle Genehmigungen erteilt worden waren - die Stahl- und Metallbaufirma Hans-Gerd Klein an die Arbeit. Die fertige Brücke wurde per Schwertransport nach Harburg gekarrt und von einem 60-Tonnen-Telekran des Wilhelmsburger Kranunternehmens Knaack auf den Haken genommen. An Gehweg und Gebäude sorgte die Baugesellschaft Storck aus Gelsenkirchen für die Anschlüsse. Mitarbeiter sorgten bis zum Einschweben des schweren Bauteils dafür, dass letzte Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden. Nach einigem Hin und Her war alles eingepasst.

Der Kundenlauf der Harburg Arcaden bewegte sich bislang hauptsächlich auf den Ebenen Erdgeschoss und Untergeschoss. Die beiden Zugänge vom Fußgängertunnel "Marktplatz Sand" und Fußgängerzone Lüneburger Straße bescherten der oberen Etage wenig Besucher und die meisten Geschäfte zogen aus oder wechselten innerhalb des Hauses. Nun könnte sich die obere Etage mit ihrem direkten Zugang zu den Bushaltestellen am Harburger Ring zu einem neuen Haupteingang entwickeln und dem gesamten Haus in seiner Bedeutung für Einkauf in der Harburger Innenstadt Auftrieb geben. Centermanager Sascha Twesten klingt sehr zuversichtlich. Verhandlungen mit Mietinteressenten könne durch die neu geschaffene Situation deutlich gelassener entgegengesehen werden.