Harburg
Kommentar

HPA bringt Bezirk in Nöte

Die Bestätigung gleicht einem Schuss vor den Bug.

Die Harburger Binnenhafenschleuse wird ab Mitte kommenden Jahres für den Schiffsverkehr gesperrt, für voraussichtlich zweimal vier bis sechs Wochen während der Sommermonate und ein weiteres Mal während des Winterhalbjahrs. Das bedeutet Stillstand für die Hafenwirtschaft, für die Werften, die Wasserschutzpolizei und nicht zuletzt für die vielen Sportbootfahrer im Harburger Binnenhafen.

Die Vollsperrung der Schleuse hat einschneidende wirtschaftliche Auswirkungen auf Betriebe und deshalb ist es kaum zu verstehen, dass die für den Betrieb der Schleuse zuständige Hafenerwaltung Hamburg Port Authority (HPA) nicht frühzeitig von sich aus alle Betroffenen, einschließlich der Harburger Verwaltung, in Kenntnis gesetzt hat. Die Information war nur gerüchteweise bekannt geworden und wurde erst auf Nachfrage von HPA bestätigt. Die Sperrung bringt nun auch den Bezirk in Schwierigkeiten.

Seinem Ziel, Sportbootvereine vom Naturschutzgebiet am Neuländer Elbufer in den Binnenhafen umzusiedeln, ist er durch eine Finanzspritze des Bundes schon sehr nahe gekommen. Aber die Sportbootfahrer wollen sich verständlicherweise kommendes Frühjahr nicht zum neuen Standort umsiedeln lassen, um dort anschließend eingesperrt zu werden. Hier besteht dringender Klärungsbedarf. Eines steht außer Frage: Die Schleuse muss für den Hochwasserschutz umgebaut werden. Aber bitte in Abstimmung mit allen Beteiligten.