Am 7. Kulturtag zeigt der Süden zum Wochenende sein Potenzial

Harburg. Harburgs Temperatur wird gemessen! "Thermostat", ein deutsch-französisches Kulturprojekt, will "die aktuelle "Temperatur kunsttheoretischer und kulturpolitischer Tendenzen" an einem Ort eruieren. Das Ganze passiert in Frankreich und in Deutschland. Auch Harburg ist dabei: Der Kunstverein Harburger Bahnhof ist angetreten, um seine frankophile Seite zu testen und als Kunstverein mit französischen centre darts zusammenzuarbeiten. Herausgekommen ist "Channel TV" - ein achtstündiges Fernsehprogramm von internationalen Künstlern in Zusammenarbeit mit dem französischen centre dart cneai bei Paris und der Halle für Kunst Lüneburg. Beim Harburger Kulturtag am kommenden Sonnabend kann man das Resultat bewundern.

An einem Fernsehtag orientiere sich "Channel TV" und habe diesen wiederum auf acht Stunden künstlerisch komprimiert, sagt Kuratorin Britta Peters. Sollte ein Besucher diese Zeitspanne vor dem Gerät ausharren, dürfte allerdings schon der halbe Harburger Kulturtag um sein.

Doch in den Hallen des Kunstvereins wird mehr geboten: Katrin Mayer, Eske Schlüters und Heiko Karn haben sich in der Ausstellung "Insert" mit einer riesigen Rauminstallation am Medium TV abgearbeitet. "Eine Art Grundlegung des Fernsehens" werde das, sagt Kuratorin Britta Peters.

Die Falckenberg-Sammlung in den Phoenixhallen hat eine Uwe Lausen Retrospektive aus der Frankfurter Schirn Kunsthalle zu Gast. Dazu sind natürlich die rund 2000 Werke der Sammlung subversiver Gegenwartskunst von Hanne Darboven, Anna Oppermann, Sigmar Polke und Dieter Roth bis hin zu Georg Herold, Martin Kippenberger, Jonathan Meese, Daniel Richter sowie amerikanischer Kunst von Mike Kelley oder Vito Acconci zu sehen. Wer die Schätze im Keller betrachten möchte, sollte sich zu Führungen anmelden, die jeweils um 10, 12, 14 und 16 Uhr starten ( besuch@sammlung-falckenberg.de , oder 32506762).

Im Archäologischen Museum ist noch einmal das Faszinosum der Himmelsscheibe von Nebra in Augenschein zu nehmen: Die Entdeckungsgeschichte des Exponats, die sich ein wenig wie ein Kriminalroman liest, ist akribisch dokumentiert. Von 12 bis 18 Uhr führen die Experten des Helmsmuseums alle zwei Stunden durch die Ausstellung. Um die Ecke am Museumsplatz liegt auch das Harburger Theater, das Ausschnitte seines Programms vorstellt.

Besonders interessant und idyllisch dürfte ein Besuch unter den Backsteinspitzgiebeln des Mayrschen Hauses in der Lämmertwiete 14 werden. Dort hat der Verein Künstler zu Gast in Harburg e.V. seine neue junge Künstlerin untergebracht. Für das neue Stipendienjahr ist die Wahl auf die Fotokünstlerin Vanda Narozna aus Prag gefallen.

Bei "Alles wird schön" präsentieren zehn Künstler ihre Bilder zum Thema "Macht". Andrea Rausch hingegen zeigt auf der gegenüberliegenden Straßenseite 19 internationale Künstler.

Der Jazzclub im Stellwerk bietet für Nachtschwärmer ab 21 Uhr feinen Jazz des Lucas Heidepriem Trio, von 11 bis 16.30 beschallt schon mal der Verein Musik im Gespräch das Stellwerk, abgelöst wird er dann von einem A-Capella-Programm der Harburger Kantorei unter der Leitung von Werner Lamm, das die Musikgemeinde auf die Beine gestellt hat.

Die Kulturwerkstatt im Binnenhafen am Kanalplatz 6 schließlich zeigt eine riesige Carrerabahn-Installation. Spätestens hier müsste Harburg glühen.

Ein Pin für 2,50 Euro berechtigt zum Eintritt in alle Veranstaltungen.