Harburg
Kommentar

Der Zeitplan ist kurios

Die Wilhelmsburger Reichsstraße wird in Richtung Osten auf den Bahndamm verlegt.

Das wird die Hamburgische Bürgerschaft im Oktober mit großer Mehrheit beschließen. Für die Verlegung spricht vor allem, dass damit eine Nord-Süd-Trasse auf der Elbinsel verschwindet.

Kurios hingegen bleibt der Zeitplan der grünen Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk: Im Oktober 2009 unterschreibt sie eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund zur Wilhelmsburger Reichsstraße. Aber erst im November 2010 will sie ein "Gesamtmobilitätskonzept für den Hamburger Süden" vorlegen.

Die Bürgerbeteiligung auf der Elbinsel war von Anfang an Makulatur und hat Anja Hajduk nicht wirklich interessiert. Sie wollte von Anfang an die Reichsstraße verlegen. Das Projekt Hafenquerspange durch Wilhelmsburg hingegen ist nicht ihr Ding. Wer die Senatorin heute auf die Querspange anspricht, bekommt zu hören, eine bessere Eisenbahnanbindung im Hafen sei "ebenso wichtig" - richtige Begeisterung hört sich anders an. Die Querspange ist eben eine Kröte aus dem Koalitionsvertrag mit der CDU, die sie schlucken musste.

Anja Hajduk dürfte als Senatorin in die Geschichtsbücher eingehen, die der Elbinsel eine neue Reichsstraße brachte. Dass sie den Baubeginn einer Hafenquerspange als Stadtentwicklungssenatorin noch erlebt, ist hingegen so wahrscheinlich, wie wenn die Reichsstraße pünktlich bis zum Beginn der Internationalen Gartenschau 2013 verlegt worden sein wird.