Harburg

Reisebusse unter Kontrolle

Polizei überprüft auf der Autobahn Fahrer und Fahrzeuge

Garlstorf. Die Mitglieder der ungarischen Trachtengruppe waren nicht amüsiert. Ihr Reisebus, mit dem sie Richtung Dänemark unterwegs waren, wurde aus dem Verkehr gezogen. Das Luftdrucksystem am Bus pfiff, wo es nicht pfeifen sollte. So, legten die Polizisten der Regionalen Kontrollgruppe der Polizeidirektion Lüneburg fest, darf die Reise nicht weiter gehen. Erst muss der Bus repariert werden.

Der ungarische Reisebus war einer von einem Dutzend Bussen, die am Sonntagvormittag auf der Autobahnparkplatz Schaabbskaben an der A 7 zwischen Garlstorf und Egestorf rausgezogen und genau unter die Lupe genommen wurden. Es ist die sommerliche Kontrollaktion der Polizei.

"Einmal in den Ferien führen wir sie durch", sagt Polizeioberkommissarin Wiebke Timmermann. "Wir kontrollieren dann das Klientel, das sonst nicht so oft kontrolliert wird." Die Aktion ist etwas für ausgewiesene Fachleute der Polizei.

Zehn Beamte sind an dem Tag dabei. So wie Polizeikommissar Dirk Holz, der mit einer Taschenlampe unter dem Reisebus herumkriecht, um das Leck im Luftdrucksystem zu finden. Danach geht es für den ungarischen Reisebus mit Polizeieskorte Richtung Hollenstedt. Dort ist einer der wenigen Reparaturbetriebe, die auch am Sonntag arbeiten.

Der Bus aus Ungarn ist an diesem Tag nicht der einzige "Kummerfall" für die Polizei. Auch die Reisegruppe aus Schweden, die aus Venedig kommt und nach Malmö will, legt mit ihrem Reisegefährt gerade eine Zwangspause ein. In diesem Fall ist es nicht die Technik die Probleme macht, sondern einer der Fahrer. Der ist Aushilfsfahrer und kann nicht seine Ruhezeiten in den letzten 28 Tagen nachweisen. Das muss er aber. Lückenlos.

Überhaupt sind es eine Vielzahl von Genehmigungen, die so ein Busfahrer dabei haben muss. Es ist ein Unterschied, ob man im Linien- oder Reiseverkehr, im Innland oder grenzüberschreitend fährt.

Auch gibt es Busse, die anstatt 100 Stundenkilometer nur mit Tempo 80 unterwegs sein dürfen. Allerdings können die dann wieder eine Ausnahmegenehmigung haben, die dann doch Tempo 100 erlaubt.

"Für die Kontrolle von Bussen braucht man besonders ausgebildete Beamte", sagt Timmermann. Im Alltag sind sie an unterschiedlichen Dienststellen im Bereich der Direktion eingesetzt. Nur für die die Verkehrskontrollen werden sie zusammengezogen. "Alles sind Freiwillige", wie Polizeikommissar Wolfgang Schnuck sagt.

Eine Woche Grundlehrgang, viel Interesse an Technik und die Bereitschaft sich immer weiter fortzubilden, sind die Voraussetzungen. Dann bleiben die Polizisten oft jahrelang in der Kontrollgruppe.

Das ist auch nötig. Denn mindestens zwei Jahre dauert es, bis ein Beamte so viel Fachwissen und Praxis erworben hat, dass er allein oder mit einem "Lehrling" die Kontrollen an Bussen durchführen kann.