Harburg
Randnotiz

Der Rest in der Flasche

Das Butterpapier kratze ich aus, seit eh und je.

Von den Petersilienstängeln zupfe ich restlos alles ab, der Kühlschrank wird erst einmal leer gegessen. Es soll nichts umkommen. Dieses früh-familiäre Credo hält lange und das ist auch gut so. Allerdings: Flaschen und Tuben wollen nicht wie ich. Deren Reste bleiben bis in alle Ewigkeit. Ein harmloses Nagellackfläschchen entpuppt sich, spätestens, wenn sein Inhalt zur Neige geht, als hartnäckiges Rückhaltebecken für die pastellfarbene Flüssigkeit. Wobei von flüssig nicht mehr die Rede sein kann. Zäh geworden, entzieht sich der Lack jedwedem Annäherungsversuch, den der kleine Pinsel startet. Nichts bleibt an ihm haften und nach drei Versuchen ist frau kurz davor, die olle Flasche in den Müll zu pfeffern. Umweltbewusste tun das aber nicht, sondern entsorgen proper. So sammeln sich im Laufe der Zeit unzählige Resteflaschen und Tuben an, die darauf warten, mit dem bisschen verbliebenen Inhalt auf die Resterampe der Sondermüllstation gefahren zu werden.

Liebe Unternehmer, denkt euch doch mal Behältnisse aus, die vollständig geleert werden können. Zugegeben, eure Produkte würden länger halten, die Neukaufrate nähme ab. Aber ihr hättet zufriedenere Kunden und würdet die Umwelt erfreuen. Denn schon eine Fahrt zum Sondermüll geht tüchtig auf das Negativkonto in Sachen Klimaschutz. Versprochen: wer als erster die total entleerbare Nagellackflasche oder Zahnpastatube auf den Markt bringt, dem bleibe ich treu. Restlos.