Harburg
Randnotiz

Braucht die Motte ein Biotop?

Im Harz sind seit einiger Zeit Luchse ausgewildert. Diese Großkatzen waren dort vor langer Zeit ausgerottet worden. In einigen Regionen Deutschlands sind auch wieder Wölfe aufgetaucht. Sie sollen wieder heimisch gemacht werden, sagen Naturschützer.

Andere Leute, wie zum Beispiel Viehbesitzer oder Jäger finden das nicht so erstrebenswert. Ich will mir jetzt nicht anmaßen, über die Ansiedlung von Luchs oder Wolf zu urteilen. Aber auf jeden Fall wirft es Fragen auf, wenn eine bislang kaum vertretene Tierart plötzlich wieder in freier Wildbahn auftaucht.

Mir ist es in meiner Küche passiert: Ich machen das Schubfach auf, in dem sich die Vorräte an Mehl und Reis befinden. Und schwupp, flattert mir ein Wesen entgegen, das ich bislang noch nicht kannte. Fliegt in schaukelnden Bewegungen in Richtung Küchenlampe.

Mein Jagdtrieb erwacht sofort. Ich verfolge den Flattermann, hebe die Hände und klatsch, habe ich den Küchenflieger erwischt. Eine intensive Besichtigung des erlegten Insektes ergibt: Es handelt sich um eine Mehlmotte. So was hatte ich in meinem Wohnbiotop bisher noch nicht.

Die Frage ist, wie ich mich jetzt verhalte. Wo eine Mehlmotte ist, sind sicher noch mehr. Nehme ich ihnen den Lebensraum, wenn ich die angebrochene Mehltüte, in der ich ihren Nachwuchs vermute, wegschütte? Muss ich jetzt auf Mehlmotten-Nester-Jagd gehen? Sind Mehlmotten irgendwie nützlich?

Ich glaube, ich befasse mich eher mit der Wiederansiedlung von Wölfen.