Harburg
Kulturpolitik

Generaldirektor schaut Museums-Chef auf die Finger

Die Pläne der Kulturbehörde zur Umstrukturierung der Hamburger Museumsstiftungen betreffen auch das Helms-Museum. Und das trifft bei der Harburger Kulturszene auf herbe Kritik.

Harburg. "Die Neustrukturierung bedeutet, dass die Kulturpolitik in Hamburg auf allen Ebenen versagt hat", sagt Jutta Lindberg (FDP), Vorsitzende des Kultur- und Sportausschusses.

Hintergrund: Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck kündigte an, für das Altonaer Museum, Hamburgmuseum, Museum der Arbeit und auch fürs Helms-Museum einen Generaldirektor - einen "Elder Statesman" aus der Museumsszene, wie es aus der Kulturbehörde heißt - einzusetzen. Dazu Ilka von Bodungen, Sprecherin der Hamburger Kulturbehörde: "Es geht darum, die Verantwortung für die gesamte Stiftung Historische Museen klar zu regeln. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die bisherigen Strukturen für die Steuerung und Koordination der Stiftung Historische Museen nicht ideal waren. Daher soll es in Zukunft einen Generaldirektor geben, der die Interessen der Stiftung vertritt, ohne gleichzeitig einem der Häuser vorzustehen." Die Leiter der Museen werden noch Museumsdirektoren genannt, haben allerdings eher die Funktion von Abteilungsleitern. Ebenso wird der Stiftungsrat neu zusammengesetzt werden, hat nur noch sechs statt zehn Mitglieder. Auch Verwaltungsangehörige aus Finanz- und Kulturbehörde sollen hier künftig mitmischen. Lindberg: "Wenig kulturelle Fachkompetenz, starke Vertretung der Finanzbehörde."

Doch damit nicht genug: Um dauerhafte Sicherheit und Transparenz über die Mittel der strukturell unterfinanzierten Museen zu erreichen, sollen künftig zweigeteilte Wirtschaftspläne - einmal für den Grundbetrieb, dann für Sondermaßnahmen - aufgestellt werden. Für die Finanzierung der Sonderausstellungen plant der Senat, die Errichtung eines zentralen Fonds in Höhe von zwei Millionen Euro jährlich zu beantragen, über deren Vergabe eine Jury entscheiden soll, gerne, so von Welck, nach dem Belohungsprinzip. Weshalb das Helms-Museum, das in Gegensatz zu anderen Einrichtungen schwarze Zahlen schreibt, auch unter diese neuen Vorgaben fällt: "Es ist nun einmal Teil der Stiftung Historische Museen ", so Ilka von Bodungen. Allerdings fragt sich der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Sören Schumacher, ob dem Senat überhaupt am Helms-Museum gelegen ist. Denn wie der Sozialdemokrat im Rahmen einer Anfrage herausfand, verzögert sich der Umzug der stadtgeschichtlichen Abteilung von der Alten Feuerwache ins Haupthaus am Museumsplatz erneut. Bereits 2008 hieß es, der Bereich könne das Gebäude verlassen, wenn ein neuer Mieter gefunden sei. Obwohl das Niels-Stehnsen-Gymnasium die Räumlichkeiten seit 2009 nutzt, tut sich nichts. Die Senatsbegründung: "Gesonderte staatliche Mittel stehen für den Umzug nicht zur Verfügung. Er ist aus dem Budget der Stiftung Historische Museen Hamburg zu finanzieren."