Harburg
Angesehen

"Hass" in Frankreich

Ein Tag im Leben der Freunde Hubert, Said und Vinz. Ein Tag in einem Pariser Vorort - in einer Plattenbausiedlung. Tristesse, Perspektivlosigkeit, brennende Autos.

Und es ist kein normaler Tag: Ein 16-jähriger Araber wurde von der Polizei lebensgefährlich verletzt, weswegen sich Jugendliche, Journalisten und Polizei misstrauisch umkreisen. Eine tickende Zeitbombe: Ein Jugendlicher hat eine Polizeiwaffe gefunden und schwört, einen Polizisten zu töten, sollte der Araber sterben. Regisseur Mathieu Kassovitz erzählt die Geschichte einer Gesellschaft, die fällt.

Im Jahr 1995 in Frankreich erstmals auf der Leinwand erschienen und nun bei Arthaus neu aufgelegt, ist der Film "Hass" (La Haine) ein beredtes Zeitzeugnis jener Unruhen, die Frankreich und die Pariser Politiker aufschreckten, als die Kinder der Vorstädte aufstanden und ihr Hass über die soziale Ungleichheit das Land erschütterte. Kassovitz liefert ein Seismogramm dieser Zeit, untermalt mit Hip Hop-Musik, garniert mit der Gassensprache der Jugendlichen (Argaut) und rückt uns dabei Polizeigewalt ins Gedächtnis - harter Filmstoff.

DVD bei Arthaus, 12,99 Euro