Harburg
Bauarbeiten

Neu Wulmstorf: Heute wird die neue Bahnbrücke gesenkt

Bei einem flüchtigen Blick aus dem Fenster dürften sich nicht wenige S-Bahnfahrgäste verwundert die Augen reiben: Auf der Strecke zwischen Neu Wulmstorf und Buxtehude scheint die Fahrbahn einer neuen Brücke in der Luft zu schweben.

Neu Wulmstorf. Natürlich täuscht der Eindruck, also keine Fata Morgana im Moor: Tatsächlich stützen mannshohe "Stelzen" die mächtige Fahrbahnplatte, so dass sie von weitem betrachtet in der Luft zu stehen scheint. An der Grenze zwischen den Landkreisen Harburg und Stade entsteht zurzeit die Brücke, die die künftige Bundesstraße 3 neu bei Neu Wulmstorf über das Bahngleis führen wird.

Warum ist die Fahrbahn überhaupt "aufgebockt"? Die gewaltige Platte besteht aus 515 Kubikmetern Beton. "Zu schwer, um sie einfach mit einem Kran herunterzulassen", sagt Markus Stäbner von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade. Bei den Bauarbeiten müsse zudem das sogenannte "Lichtraumprofil" der Bahn eingehalten werden. Das heißt, die Sicht der Lokführer darf nicht beeinträchtigt werden. Deshalb wird das sperrige Brückenteil direkt vor Ort "überhöht" gebaut, wie die Experten sagen, und anschließend in kleinen Schritten abgesenkt. Am heutigen Donnerstagabend ist es voraussichtlich soweit - dann verwandelt sich die "Schwebebrücke" in eine Überführung "aus einem Guss".

Die Bauarbeiten für die vier Kilometer lange B 3 neu liegen laut Michael Schöne, Projektleiter bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade, "gut im Zeitplan". Im Januar sollen die Straßenbauarbeiten von der B 73 in Richtung Brücke beginnen. Voraussichtlich ab Juni 2010 würden Autos über die Brücke fahren können. Läuft alles wie geplant, wird die gesamte B 3 neu im Juni 2011 fertig sein. Umstritten ist der ökologische Ausgleich für den Bau der B 3 neu: Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht verhandelt am 16. Dezember eine Klage des Bund. Der Umweltschutzverband hält die vorgesehene Kompensation für unzureichend: Es sei nicht gesichert, ob und wann Ausgleichsmaßnahmen überhaupt realisiert würden.