Harburg
Kaserne: Röttiger-Gelände

Nächstes Jahr kommt die Abriss-Birne

Ab 2012 werden in Fischbek auf 50 Hektar rund 500 Wohneinheiten entstehen. Die bisherigen Zufahrten zum Gelände bleiben bestehen.

Neugraben. Bis März kommenden Jahres sollen bereits zahlreiche Bäume ausgelichtet oder gar gefällt worden sein. Und Abrissbagger werden voraussichtlich das ganze Jahr über auf dem Gelände der früheren Röttiger-Kaserne in Fischbek einen Großteil des alten Straßen-, Wege- und Gebäudebestands beseitigen. Ab 2012 ist mit Neubebauung auf dem 50 Hektar großen Hamburger Abschnitts des Kasernengeländes zu rechnen. Einzel- und Doppelhäuser im Kernbereich, einige Reihenhäuser östlich der früheren Bundeswehr-Sportanlage und eventuell - sofern sich Investoren finden - Mehrgeschoss-Wohnungsbau im westlichen Grundstücksabschnitt. Etwa 150 Bewohner des Süderelberaums kamen Donnerstagabend zur öffentlichen Informationsveranstaltung in die Aula der Schule Ohrnsweg. Dazu eingeladen hatte die Stadtplanungsabteilung des Bezirksamtes Harburg.

Viel Beton der Panzerstraßen und rotes Ziegelmauerwerk verschwinden. Und auch nach der Neubebauung - zwischen 450 und 500 Wohneinheiten - werden etwa 8000 Quadratmeter weniger Fläche mit Gebäuden, Straßen und Wegen "versiegelt" sein - 16 000 statt bislang 24 000 Quadratmeter bebaute Fläche. Andernorts muss deswegen nicht nach ökologischen Ausgleichsflächen gesucht werden. Die örtliche Tier- und Pflanzenwelt wird nach allen Regeln der Gesetzeslage beachtet und behandelt. Für Schleiereulen werden Ersatzquartiere gesucht und Trockenrasenflächen müssen neu angelegt werden. Ein bronzezeitlicher Grabhügel wurde entdeckt und muss geschützt werden.

Carl-Henning von Ladiges, Leiter des Fachamts für Stadt- und Landschaftsplanung, sein Mitarbeiter Karl-Heinz Alpheus und Landschaftsplanerin Christiane Buchwald vom Hamburger Büro EGL stellten den Bebauungsplan-Entwurf vor. Beide bisherigen Kasernen-Zufahrten mit Abbiegespuren auf der Cuxhavener Straße (B 73) bleiben bestehen. Sie führen auf dem Gelände mit einer großen Straßenverbindung bogenförmig zusammen. Von dem großen Bogen (Tempo-30-Zone) zweigen kleinere Bögen (Spielstraßen/Schrittgeschwindigkeit) ab, an denen sich die Einzel- und Doppelhaus-Bauplätze befinden werden. Wohneigentum (Eigenheimprogramm) ist vorgesehen und nach Süden hin sind Grundstücksgrößen bis 1000 Quadratmeter möglich. Die Bezirksversammlung gibt ein Gutachten in Auftrag, für eine umweltfreundliche Energieversorgung der Siedlung. Die Uwe-Seeler-Sporthalle und der frühere Bundeswehr-Sportplatz werden flott gemacht. Angrenzende Reihenhausbebauung soll mit einem sechs Meter hohen Lärmschutzwall abgeschirmt werden.

In der abschließenden Bürgeranhörung wurde für Kinder auf dem Weg zur Schule Ohrnsweg eine Brücke über die viel befahrene B 73 gefordert. Auch das geringe Parkplatzangebot für Autos der Bewohner und Besucher im Siedlungsgebiet wurde bemängelt. Dass die angrenzende Gemeinde Neu Wulmstorf auf ihrem Grundstücksanteil eine Wald-Villensiedlung, zwei Golfplätze und zwei Hotels anlegen und mit gut 500 Fahrbewegungen pro Tag über das Hamburger Siedlungsgebiet anbinden will, stieß vielen Bürgern sauer auf. Ronald Preuß (GAL): "Da müssen wir Gespräche führen, um nicht in zwei bis drei Jahren Streit und Überraschungen zu erleben." Carl-Henning von Ladiges: "Wir gehen davon aus, dass das Ressort eine eigene Anbindung bekommt."

Bis 2011 soll aus dem Entwurf ein beschlussfähiger B-Plan werden.