Harburg
Außenmühlenfest: Polizei zählt 22 000 Besucher

Wo die ganze Familie feiert

Die Harburger Traditionsfeier litt ein wenig unter dem bescheidenen Wetter. Und einige Jugendliche verhielten sich aggressiv.

Harburg. Mit erstaunter Miene blickte die Harburgerin Kerstin Block (40) auf die Mahlzeit, die sie gerade ihrer Tochter Sarah-Lena (7) auf dem Außenmühlenfest gekauft hatte: Es handelte sich um ein so genanntes "Steakbrötchen", und dieses "Steakbrötchen" hatte vier Euro gekostet, "das waren mal fast acht Mark", konstatierte Frau Block.

Zu den vier Euro hätte die Mutter auch nichts gesagt, schließlich hatte Sarah-Lena ja auch mächtig Kohldampf, und das "Steakbrötchen"-Essen gehört zur Tradition von Familie Block - allein: "Das Fleisch ist sehr stark verkohlt, ja schwarz", sagte Frau Block.

Aber die Harburgerin wollte "keinen Stress" mit dem "Steakbrötchen"-Verkäufer haben, und so aß die kleine Sarah-Lena ihre Mahlzeit zu Ende. Frau Blocks Freundin Magdalena Wisniewska (38) trank derweil ein kleines Bier vom Fass für 2,50 Euro und war ganz zufrieden mit dem Außenmühlenfest: "Ich bin das erste Mal hier und eigentlich keine Freundin von solchen Festen", sagte die Polin, "aber ich bin überrascht, wie gemütlich es hier ist."

Frau Block aber verglich es mit dem Vorjahr: "Das ist weniger geworden auf dem Außenmühlenfest - weniger Leute, weniger Buden. Die Tanzfläche fehlt auch, da steht jetzt ein Biergarten."

Positiv fand die Harburgerin indes, "dass man hier noch ein bisschen Platz hat, hier ist weniger Gedränge und Geschiebe als auf dem Alstervergnügen. Das Harburger Fest ist mehr was für Familien mit Kindern."

Die Harburger Polizei zählte am Wochenende rund 22 000 Gäste auf dem Außenmühlenfest. Die Hamburger Polizei schickte einen Einsatzzug und das Harburger Polizeikommissariat 46 noch weitere Kräfte. Aber auch noch andere sorgten für Sicherheit: sechs "Security"-Kräfte aus Rostock, von denen einige mit Tatoos ihre rechtsexstreme Gesinnung zur Schau stellten.

Die Polizei musste am Sonnabendabend diverse Platzverweise gegen Jugendliche aussprechen, die sich aggressiv verhielten - so auch in der Nähe der Techno-Bühne. Drei Jugendliche leisteten Widerstand gegen Beamte; ein Polizist wurde von Unbekannten mit Pfefferspray verletzt und konnte seinen Dienst nicht fortsetzen.