Harburg
Wilhelmsburg: Die Elbinsel wird umgestaltet

Die erste Brücke für die Gartenschau

Im Moment wird der später einmal 6,5 Kilometer lange Rundweg angelegt. Von Blumen ist noch nichts zu sehen.

Wilhelmsburg. Fahnen wehen in einer Reihe an riesigen Masten. Menschenmassen strömen durch den Eingangsbereich und tummeln sich auf dem Vorplatz, Besucher kaufen Eis und Softdrinks. Sie müssen sich entscheiden: Sollen sie nach links, wo es ruhig, schattig und besinnlich ist - im Bereich der Steinmetze und Friedhofsgärtner? Oder lieber nach rechts? Dort ist es bunt und schier überwältigend: Auf 2500 Quadratmetern erstrecken sich Hochbeete mit Stauden und Blumen. Ein wahres Blütenmeer.

Ina Heidemann und Jessica Tag haben schon genau vor Augen, wie der Eingang West der Internationalen Gartenschau im Jahr 2013 aussehen wird. Dann, wenn die "igs 2013" in Wilhelmsburg eröffnet sein wird. Und mit ein wenig Fantasie nimmt man es der Pressesprecherin und der Koordinatorin für die Freiraumplanung auch ab.

Noch aber ist von Blumen und Besuchern nichts zu sehen. Jetzt regieren hier die Bagger. Die Landschaftsbauarbeiten im ersten Abschnitt, der "Welt der Religionen", und am Westeingang haben begonnen. Neben der ersten Brücke des neuen 6,5 Kilometer langen Rundweges wird gerade an der Begradigung des Geländes gearbeitet. Und das bedeutet, die Baufahrzeuge schieben und schaufeln, was das Zeug hält. In der frisch aufgewühlten, lockeren Erde versinkt man bis zum Knöchel. "Ein Glück, dass heute so schönes Wetter ist", ruft Jessica Tag. "Stellen Sie sich mal vor, es würde regnen!"

So richtig idyllisch ist es also im Moment nicht auf dem zukünftigen Gartenschau-Gelände. Aus Richtung der Hecken und Bäume am Rand dringt dumpfer Verkehrslärm. Eine permanente, rauschende Kulisse. Es ist der Zubringer zur B4/B75, und die führt mitten durchs igs-Gelände.

"Das ist ein bisschen unsere Herausforderung", gibt Jessica Tag zu. "Wir machen eine Gartenschau, wo man das Grün genießt und den Vögeln zuhört. Da stört der Straßenlärm natürlich." Da aber noch nicht feststeht, ob die Bundesstraße eventuell zur östlich gelegenen Bahntrasse verlegt wird, oder ob ein Lärmschutz installiert werden muss, arbeitet das igs-Team derzeit mit mehreren Szenarien. "Das wird derzeit in Wilhelmsburg sehr kontrovers diskutiert", sagt Ina Heidemann. "Für uns wäre eine zeitnahe Entscheidung wichtig, um besser planen zu können."

Ein Stückchen weiter stecken Arbeiter einer Gartenlandschaftsbaufirma die Verläufe der neuen Wasser- und Stromleitungen ab. "Das machen wir alles jetzt schon, dann müssen wir nur einmal an den Boden ran", sagt Jessica Tag. Soweit es möglich ist, bleiben bestehende Feuchtgebiete und alte Bäume erhalten. 4500 gibt es immerhin auf dem gesamten igs-Gelände, die meisten sind Erlen, Pappeln und Weiden. Für den aktuellen Bauabschnitt müssen etwa 90 Bäume gefällt werden. Als Ausgleich werden neue gepflanzt.

Die ersten Pflanzungen und Wege sollen 2010 entstehen. 2011 werden dann die Hochbeete, Stauden und Anlegeplätze für einen sechs Kilometer langen Kanu-Rundweg angelegt.

Bis dahin bleibt aber noch viel zu baggern in Wilhelmsburg. Schließlich wollen die Besucher in vier Jahren fleißig fotografieren, Ideen für den eigenen Garten sammeln und sich in der Natur der Internationalen Gartenschau 2013 so richtig wohl fühlen.