Harburg
Studie: Mittelstandsindex

Wirtschaft im Süden driftet auseinander

Die Haspa warnt: Die Unternehmen müssen etwas tun für ihre Kreditwürdigkeit. "Die Bonität hat abgenommen."

Harburg

Im Mittelstand der südlichen Metropolregion Hamburg "tut sich eine zunehmende Wachstumskluft auf". Zu diesem Ergebnis kommt der "Haspa-Mittelstandsindex 2009" der Hamburger Sparkasse. Überdurchschnittlich stark sind demnach im vergangenen Jahr die mittelständischen Unternehmen im Stadtbezirk Harburg und im Landkreis Stade gewachsenen. Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Landkreise Harburg und Lüneburg.

Verglichen mit dem Durchschnittswachstum der Metropolregion Hamburg von 3,9 Prozent im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft im Bezirk Harburg um 4,4 Prozent - und bleibt damit die wachstumsstärkste Region im Süderelberaum. Der Landkreis Stade konnte als einzige der vier Regionen das Ergebnis gegenüber 2007 stabil halten - und steht mit einem Wachstum von 4,2 Prozent an zweiter Position. Der Landkreis Harburg musste einen deutlichen Wachstumsrückgang hinnehmen. Anstelle eines Zuwachses von 4,4 Prozent in 2007 reichte es nur noch zu einem Plus von 3,5 Prozent. Die "Rote Laterne" im Süderelbe-Quartett hat der Landkreis Lüneburg: Hier konnten die mittelständischen Unternehmen 2008 nur um 2,8 Prozent zulegen.

Wie aber sieht es nun für das Jahr 2009 aus? Wie überstehen die Mittelständler im Süden die größte Wirtschaftskrise seit der Großen Depression? Jörg Forthmann, Geschäftsführer der Faktenkontor GmbH, die im Auftrag der Haspa die Daten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform von 11 150 Mittelständlern mit einem Umsatz von 1 bis 50 Millionen Euro ausgewertet hatte, sprach gegenüber der Harburger Rundschau nach der Pressekonferenz Klartext: "Obwohl wir erst am Anfang der Krise stehen, lassen viele Unternehmen in der Metropolregion Hamburg die Bonität bereits schleifen." Die Bonität ist die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen - eine Art Versicherung, auch künftig Geld von Banken und Lieferanten zu bekommen.

Vor allem in der Industrie und im verarbeitenden Gewerbe werden die "Auftragseingänge im zweiten Halbjahr zurückgehen", so Forthmann, und es werde auch zu "Auslastungsproblemen und Personalentlassungen kommen". Schon jetzt "baut sich Kurzarbeit in den Unternehmen auf".

Da die Industrie und das verarbeitende Gewerbe in der Süderelberegion überdurchschnittlich vertreten sind, dürften der Bezirk Harburg und die Landkreise Harburg, Stade und Lüneburg in diesem Jahr noch weiter im Ranking der Metropolregion nach unten fallen, so der Haspa-Regionalleiter Süd, Thomas Piehl. Positive Nachricht indes: "Es gibt keine Kreditklemme in der Metropolregion."