Harburg
Landwirtschaft: Riesen-Freude auf der Farm bei Harsefeld

Nachwuchs bei Familie Strauß

Drei Mini-Laufvögel sind auf dem Hof Hauschild aus ihren Eiern geschlüpft. Es sind die ersten Straußen-Küken an der Niederelbe.

Ohrensen-Lusthoop. Zum ersten Mal haben Straußenvögel an der Niederelbe Nachwuchs zur Welt gebracht: Auf der einzigen Straußenfarm der Region, dem Hof Hauschild in Ohrensen-Lusthoop bei Harsefeld, sind insgesamt drei Küken aus den Rieseneiern geschlüpft. Die Straußenhalter Birgit und Ingo Hauschild setzen auf Naturbrut - im Gegensatz zur Kunstbrut brütet dabei der Hahn die Eier selbst aus. Die jetzt gut eine Woche alten Tiere machen einen gesunden und kräftigen Eindruck, fressen das Gras auf der Weide. Noch sind sie etwa 25 Zentimeter klein und eineinhalb Kilo leicht. In nur elf Monaten aber, so Birgit Hauschild, werden die flauschigen Küken zu 2,50 Meter großen Laufvögeln herangewachsen sein. Zurzeit wachsen die Straußenjungen um einen Zentimeter pro Tag.

In der freien Wildbahn hätten nur zwei Tiere überlebt. Hahn "Eik" hat nur zwei von insgesamt acht Eiern der Henne "Kathleen" vollständig ausgebrütet. Birgit Hauschild entdeckte aber noch ein drittes Ei mit einem Küken darin. Vier Tage lang wurde nachgebrütet - mit wärmenden Rotlicht und einem Freund des Hofes als "Mutterersatz". Werner Stenzaly wärmte das vergessene Küken unter seiner Jacke. Die Rettungsaktion hatte Erfolg: Die Eltern nahmen das von Menschen aufgepäppelte Junge an. Birgit Hauschild: "Wir hatten Angst, dass sie das dritte Küken töten würden."

Mit Argusaugen und ausgebreiteten Flügeln, eine Drohgebärde, bewachen die Straußen ihren Nachwuchs. Als Birgit Hauschild die kleinen Küken erstmals entdeckte und ins Gehege wollte, reagierte Henne Kathleen ungewohnt barsch: "Eine Federwand baute sich vor mir auf, sie zischte und fauchte", erinnert sich Birgit Hauschild. Da blieb selbst der "Straußenmutter", die Henne Kathleen von klein auf kennt, nur der Rückzug. Mittlerweile lassen die insgesamt drei erwachsenen Laufvögel die Straußenhalterin wieder an sich heran. Noch dürfen Hofbesucher nicht an das Gehege heran. Ingo Hauschild: "Wir geben ihnen erst einmal vier Wochen Ruhe."

Die Hauschilds rechnen in diesem Jahr noch mit der Geburt weiterer Küken auf ihrer Farm. Sind die Jungtiere ausgewachsen, enden sie voraussichtlich beim Schlachter. Die Straußenzucht ist neben einem Reiterhof das zweite Standbein des Betriebes - als Alternative zur Milchwirtschaft. Die Nachfrage nach den bis zu 2000 Gramm schweren Eiern sei groß. Hauschilds haben bereits eine Warteliste. "Wir könnten die dreifache Anzahl verkaufen", sagt Ingo Hauschild.

Seit 2001 halten Birgit und Ingo Hauschild Strauße. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit erhielten die Landwirte 2005 die Genehmigung vom Landkreis Stade. Inzwischen hat sich im Kreishaus ein zweiter Interessent für eine Straußenfarm gemeldet.