Harburg
Musik: Auf dem großen Saal im Dorfgasthof treffen sich die "Monday Music"-Fans

Montags, wenn Ramelsloh abhebt

Seit zehn Jahren der Geheimtipp der Szene: Zweimal im Monat treten bekannte Musiker der Region auf, und das Publikum tobt.

Ramelsloh. Meist ist es ja so, dass die Menschen am Anfang einer Woche den täglichen Countdown für das nächste Wochenende beginnen. In Ramelsloh funktioniert das jedoch genau anders herum. Dort warten die Musikfreunde sehnsüchtig auf ihren "heiligen" Montag. Den Tag, an dem sie im großen Saal des Gasthauses Ramelsloher Hof ihre Ohren mit hausgemachter "Mucke" verwöhnen, vielleicht sogar selber zum Instrument greifen und dabei in lockerer Stimmung für ein paar Stunden den Alltag vergessen. "Anfangs hat man uns belächelt, als wir eine Session auf dem platten Land planten", sagt Heidi Gehlert, "noch dazu auf einem Wochentag." Nicht ohne Stolz spricht sie daher davon, wie diese Idee erst Kopfschütteln auslöste und dann im Laufe der Zeit zum beliebten Treffen von Musikfreunden wurde. So wie auch an diesem Abend, an dem "Monday Music" in Ramelsloh zehn Jahre alt wird. Ein Grund zum Feiern. Die rund 300 Fans lassen mit ihrem frenetischen Applaus die Wände vom Ramelsloher Hof wackeln, und Country-Sängerin Heidi löst mit "Blanket on the Ground" Begeisterungsstürme aus.

Zusammen mit dem Akustik-Gitarrenspezialisten Nils Tuxen organisiert Heidi jeden zweiten und vierten Montag im Monat die "Monday Music". Eintritt wird nicht verlangt. Heidi und Nils haben vor zehn Jahren Profi-Musiker aus ihren Studios gelockt, damit "sie nicht ständig nur da üben, wo eigentlich niemand zuhören kann", sagt Heidi. "In dieser Region wohnen so viele gute, populäre Sänger und Musiker, dass es einfach klasse ist, sie hier alle zusammenzubringen."

Hauptsächlich Country-Songs reißen an diesem Abend die Besucher von den Stühlen. Bekannte Namen in der Szene erobern die Bühne. Mit dabei Bass-Gitarrist und Drummer Uwe Lost von Truck Stop. Und der Neuseeländer Sänger und Gitarrist Peter Caulton begeistert das Publikum mit dem Chuck Berry-Klassiker "Johnny Be Good".

"Das tolle an dieser Session ist, dass hier jeder, der möchte, singen und spielen kann", sagt Heidi. Und so ändern sich ständig die Formationen der Gruppen, nicht nur bei der "Geburtstags-Monday Music", sondern auch bei den anderen Sessions. "Mit diesen Abenden wollen wir bei den Musikfreunden keine Erwartungen auslösen", sagt Heidi, jede Session ist anders. Mal sind mehr, mal weniger Musiker hier."

Fast immer auf den Weg zur "Monday Music" nach Ramelsloh machen sich Jutta und Jens Jacobi aus Bispingen. "Ohne sie würde uns etwas fehlen", sagen die beiden. Sie freuen sich, wenn endlich wieder Montag ist.