Langes Warten aufs Ergebnis

Landrat: Im Kreis Stade siegte Roesberg auf Anhieb. Um 22 Uhr konnten die Stadt Stade und die Samtgemeinde Lühe noch kein Ergebnis für die Landratswahl melden. Es gab viele Pannen.

Stade. Der Landkreis Stade dürfte das landesweite Schlusslicht bei der Übermittlung der Wahlergebnisse gewesen sein. Erhebliche Verzögerungen und ein quälend langes Warten bei der Stimmenauszählung ließen die Wahl von Michael Roesberg aus Harsefeld (parteilos) zum Landrat beinahe zur Nebensache werden. Politisch wurde der Landkreis Stade vor allem durch das Erstarken der Rechtsextremen erschüttert. Die NPD errang insgesamt drei Mandate, jeweils einen Sitz im Kreistag, im Samtgemeinderat Harsefeld und im Harsefelder Fleckenrat. Der in Stade wegen Beleidigung von demokratischen Politikern verurteilte stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Adolf Dammann aus Buxtehude-Neukloster wird nun im Kreistag Politik machen.

Der amtierende Erste Kreisrat Roesberg setzte sich bei der Wahl zum Landrat nicht unerwartet mit 53,87 Prozent gegen den SPD-Kandidaten Dr. Thomas Stumpf (37,20 Prozent) und Udo Paschedag von den Grünen (8,92 Prozent) durch. Roesberg wird zum 1. November die Nachfolge von Landrat Gunter Armonat antreten.

Als Kreiswahlleiter Gunter Armonat kurz nach 22 Uhr den Sieg Roesbergs verkündete, tat er dies auf Basis von "gefestigten Tendenzen". Die Stadt Stade und die Samtgemeinde Lühe hätten es bis dahin nicht geschafft, so Armonat süffisant, ein Ergebnis zu übermitteln. Selbst um Mitternacht fehlte noch das Landratswahl-Ergebnis aus Lühe. Ursprünglich sollte der Sieger um 19 Uhr verkündet werden.

Die Gründe für die Panne, die zum Stimmungstöter im Kreishaus wurde: Offensichtlich haben manche Verwaltungen in den Städten und Gemeinden die klare Anordnung missachtet, sich als erstes um die Landratswahl zu kümmern. In den Rathäusern waren die Bürgermeisterwahlen offenbar als wichtiger angesehen worden. Mehrere Politiker berichteten, dass zudem die Stimmzettel für bis zu fünf Wahlgänge zusammen in eine Urne geworfen worden seien. Die Wahlhelfer mussten den Papierhaufen dann mühselig sortieren.

Warum brauchte die Samtgemeinde Lühe rund fünf Stunden länger als erwartet bei der Stimmenauszählung? "Es lag an der Briefwahl", so Wahlleiter Rolf Riggers. "Das gab es einige Unstimmigkeiten." Im Detail könne er sich die Panne aber auch nicht erklären. "Genauigkeit geht vor Schnelligkeit", bat Riggers um Verständnis.